Erweiterungen für den C128
Bei Commodore rührt sich was: Brandaktuell sind zwei Speichergiganten für den C 128. Wir haben diese RAM-Erweiterung für Sie getestet.
Commodore bringt in Kürze zwei RAM-Erweiterungen für den C 128 auf den Markt mit einer Speicherkapazität von 128 (Bild 1) und 512 KByte. Damit stehen im C 128-Modus entweder 256 KByte oder sage und schreibe 640 KByte freier Speicherplatz zur Verfügung. In der momentanen Hardware-Konfiguration kann die Erweiterung nicht am C 64 betrieben werden. Commodore hat bei der Entwicklung dieser Speicher-Erweiterungen ein Konzept gewählt, das es dem Anwender leicht macht, die Speicherkapazität seines Computers zu erhöhen. Es sind keinerlei Lötarbeiten oder sonstige Verbindungen erforderlich, auch eine Änderung des Betriebssystems entfällt. Die Erweiterung wird einfach in den Expansion-Port gesteckt, derübrigensnicht durchgeschleift ist und schon hat man einen RAM-Giganten vor sich.

Damit dürften Speicherplatzprobleme ein für allemal der Vergangenheit angehören. Zum Lieferumfang gehören zwei Disketten. Auf der einen sind neben einem RAM-Test-Programm zahlreiche Demoprogramme gespeichert. Bei der zweiten Diskette handelt es sich um ein modifiziertes CP/M, das die Optionen der RAM-Erweiterung unterstützt, aber dazu später mehr.
In erster Linie sind die beiden Erweiterungen, ähnlich wie die Bank 1im C 128-Modus, dazu gedacht, Daten kurzfristig zu speichern. Bei den eingebauten RAM-Bausteinen handelt es sich also nicht um batteriegepufferte CMOS-RAMs. Um zu verstehen, wie sich das RAM ansprechen läßt, zuerst ein paar Worte darüber, wie die RAM-Erweiterung funktioniert.
Was läßt sich mit der RAM-Erweiterung machen?
Es wurde ein spezieller DMA-Controller entwickelt, dem über mehrere Register mitgeteilt wird, was zu tun ist. Das DMA-Verfahren hat den Vorteil, daß die Erweiterung 1l00prozentig kompatibel zu bestehender Software ist, denn solange in die Register, die übrigens im W/O-Bereich liegen, nichts hineingeschrieben wird, fühlt sich das zusätzliche RAM nicht angesprochen und ist für den C 128 nicht vorhanden. Aus diesem Grund kann die RAM-Erweiterung nicht von zur Zeit bestehender kommerzieller Software wie Vizawrite Classic, Textomat oder Superscript 128 und so weiter genutzt werden.
Ansprechen läßt sich die RAM-Erweiterung sowohl von Basic wie aber auch von Maschinensprache aus.
Im Basic 7.0 existieren dazu die drei Befehle STASH, FETCH und SWAP Der Befehl STASH dient dazu, Speicherbereiche von Bank 0 in die RAM-Erweiterung zu kopieren. Dazu werden dem Befehl noch Parameter angehängt, die dem DMA-Controller mitteilen, wie viele Bytes übertragen werden sollen, die Startadresse des zu kopierenden Speicherbereichs, die Startadresse des Bereichs, in den kopiert werden soll und schließlich noch die Bank der RAM-Erweiterung; denn in der kleinen, der 128-KByte-Erweiterung, existieren zwei und in der 512-KByte-Erweiterung stolze acht RAM-Bänke.
Der Befehl FETCH ist genau das Gegenstück zum STASH-Befehl. Mit ihm lassen sich also Speicherbereiche aus der RAM-Erweiterung in den Hauptspeicher des C 128 kopieren und zwar in die Bank 0.
Der letzte Befehl SWAP dient nun dazu, einen Bereich des Hauptspeichers mit einem Bereich der RAM-Erweiterung auszutauschen. Das Ansprechen der Erweiterung von Maschinensprache aus dürfte auch keine Probleme mit sich bringen; denn im Handbuch zur Erweiterung ist die Registerbelegung des DMA-Controllers in Form einer Tabelle, ähnlich der des Video-Controllers im C 128-Handbuch, ausreichend erklärt.
Doch nun zum zweiten interessanten Anwendungsbereich der RAM-Erweiterung, der Einsatz unter CP/M.
Die CP/M-Systemdiskette ist dahingehend geändert worden, daß nun ein zusätzliches Diskettenlaufwerk, also eine RAM-Disk, mit der Laufwerksnummer »M« implementiert ist. Dadurch entfallen die zeitraubenden Lade- und Speicheroperationen vor allen Dingen beim Arbeiten mit kommerzieller Software wie Wordstar oder dBase. Man kopiert einfach die erforderlichen Programme mit dem PIP-Befehl von der Diskettenstation in die RAM-Disk. Lade- und Speicherzeiten machen sich ab jetzt nicht mehr bemerkbar; denn die RAM-Disk überträgt Daten zum Hauptspeicher mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Megabit pro Sekunde.
Was ist von der RAM-Erweiterung in Zukunft zu erwarten?
Hier sind natürlich, wie soll es auch anders sein, die Programmier-Freaks gefordert. In der RAM-Erweiterung stecken Möglichkeiten, die zur Zeit noch nicht überschaubar sind. Man könnte die RAM-Disk auch von Basic aus nutzbar machen oder einen Floppy-Speeder programmieren, der die Daten der Diskette im GCR-Code einliest und dann im Speicher in aller Ruhe decodiertt. Auch Drucker-Spooler wären denkbar. Man sieht also, mit der RAM-Erweiterung wird sowohl dem Programmierer wie aber auch dem reinen Anwender der Kauf eines Hardwarezusatzes ermöglicht, der den C 128 in bezug auf Lade- und Speicheroperationen um einiges aufwertet. Wann und wo die RAM-Erweiterungen zu haben sind und wie teuer sie sein werden, steht zur Zeit noch nicht fest. Wir waren auf jeden Fall von ihnen begeistert.
Commodore hat rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft eine weitere Überraschung für Sie. Ähnlich wie der C 16 im letzten Jahr, so wird in diesem Jahr der Plus/4 (Bild 2) preiswert über die Kaufhausketten vertrieben.

Neben einem großen Arbeitsspeicher (60671 Byte frei für Basic-Programme) zeichnet sich der Plus/4 durch die integrierte Software aus. Für wenig Geld erhält man einen leistungsfähigen Computer mit dem ausgezeichneten Basic 3.5, einer Tabellenkalkulation, einer Textverarbeitung, einem Dateisystem und einigen einfachen Grafikmöglichkeiten.
(ah)