C 64
Software-Hilfe

Tips und Tricks zu Superbase (Teil 4)

In dieser Folge wird der Find-Modus besprochen, Steckbriefe zu Find, Enter, Select, Output und Prog geliefert sowie der Umgang mit der Centronics-Schnittstelle und dem Plotter VC 1520 geschildert.

Wenden wir uns zuerst dem schon in der letzten Ausgabe angekündigten FIND-Befehl zu. Da man gerade in einer Datenbank sehr viele Informationen speichert und verarbeitet, wünscht sich der Anwender nicht selten, seine gespeicherten Daten nach beliebigen Kriterien durchsuchen zu können.

FIND — gezielte Suche

Aus dem 1. Menü erhält man über die <F3>-Taste den FIND-Modus. Er kann allerdings, wie die anderen Modi, auch über die Befehlszeile aufgerufen werden. Sie erhalten jetzt ein leeres Datensatz-Formular. In dieses Formular werden die Vergleichskriterien eingetragen. Dabei entsprechen die Editierfunktionen fast denen des ENTER-Modus. Wenn dies abgeschlossen ist, wird Datensatz für Datensatz mit den angegebenen Kriterien verglichen. Liegt eine Übereinstimmung vor, so wird der Schlüssel angezeigt und die Suche fortgesetzt. Je nach Umfang der Datei kann die Ausführung mehrere Minuten dauern. Ist der Vorgang abgeschlossen, springt Superbase in das 1. Menü zurück. Nun sieht es so aus, als seien die Schlüssel verlorengegangen. Dem ist aber nicht so. Wählen Sie den HELP-Modus an und verlangen Sie "list".

In dem HELP-Bildschirm dieses Namens werden die Schlüssel jeweils abgelegt. Allerdings steht Ihnen auf diese Weise immer nur eine Liste zur Verfügung. Sie wird bei jedem FIND-Durchlauf überschrieben. Hier kann nur eine Umbenennung (siehe MAINTAIN) Abhilfe schaffen, es sei denn, Sie geben in der Befehlszeile FIND"Listenname" ein.

In diesem Fall werden die Schlüssel unter »Listenname« abgespeichert. Wenn Sie dem Namen ein »h« voranstellen, kann auch diese Liste über den HELP-Modus gelesen oder ausgedruckt werden.

Die Möglichkeiten der FIND-Befehlszeile gehen noch weiter. Man kann die Datensatzschablone umgehen, indem die Vergleichskriterien in die Befehlszeile geschrieben werden:
FIND "hListenname" where [Feldname] is "=Bedingung".

Hierbei kann es vorkommen, daß die Vergleichsbedingungen das Datensatz-Formular oder die Befehlszeile sprengen. Geben Sie dann »←« ein. Superbase fragt dann vor der Ausführung die Vergleichsbedingungen ab.

<F1>/<q> Rücksprung in das 1. Menü; Datensatz wird nicht gespeichert
<CTRL><p> Ausdruck des aktuellen Bildschirms
<CRSR Right> Cursor innerhalb der Felder nach rechts; am Feldende zum nächsten Feldanfang; am Ende des letzten Feldes FIND ausführen
<CRSR Left> Cursor innerhalb der Felder nach links; am Feldanfang zum vorherigen Feldanfang
<CRSR Down> Cursor zum nächsten Feldanfang; im letzten Feld FIND ausführen
<CRSR Up> Cursor zum vorherigen Feldanfang
<RETURN> Cursor zum nächsten Feldanfang; im letzten Feld FIND ausführen
<SHIFT><RETURN> Sprung zur Suche aus jedem beliebigen Feld
<F1><Home> Cursor in das erste Feld des ersten Bildschirms
<F1><Clr> Löschung aller Felder und Sprung zum ersten Feld des ersten Bildschirms
FIND Suche nach Datensätzen über ein Datensatz-Formular mit Vergleichskriterien und Erstellen einer »namenlosen« Schlüsselliste
FIND "hListenname" Suche unter Erstellung einer benannten Schlüsselliste
FIND "hListenname" where [Feldname] is "=Bedingung" Suche unter Umgehung des Datensatzformulars
FIND "hListenname" where [Feldname] is "←" Suche unter Umgebung des Datensatzformulars; Vergleichskriterium wird vor der Ausführung abgefragt (auch im Datensatzformular anwendbar)
SUPERBASE-Steckbrief: FIND-Menü
<F1>/<q> Rücksprung in das 1. Menü; Datensatz wird nicht gespeichert
<CTRL><p> Ausdruck des aktuellen Bildschirms
<CRSR Right> Cursor innerhalb der Felder nach rechts; am Feldende zum nächsten Feldanfang; führt im letzten Feld nach Drücken von <Return> zum Abspeichern des Datensatzes
<CRSR Left> Cursor innerhalb der Felder nach links; am Feldanfang zum vorherigen Feldanfang
<CRSR Down> Cursor zum nächsten Feldanfang; im letzten Feld nach Drücken von RETURN Abspeichern des Datensatzes
<CRSR Up> Cursor zum vorherigen Feldanfang
<RETURN> Cursor zum nächsten Feldanfang; im letzten Feld nach erneutem Drücken Abspeichern des Datensatzes
<SHIFT><RETURN> Sprung zum Abspeichern aus jedem beliebigen Feld; Abspeichern nach Drücken von RETURN
<F1><Home> Cursor in das erste Feld des ersten Bildschirms
<F1><Clr> Löschung aller Felder und Sprung zum ersten Feld des ersten Bildschirms
SUPERBASE-Steckbrief: ENTER-Menü
<RETURN> Rücksprung zum 1. Menü, beziehungsweise zum SELECT-Menü
<F1>/<k>(key) Suche eines Datensatzes über den gesamten oder den ersten Teil eines Schlüssels
<F2>/<c>(current) Aufruf des zuletzt bearbeiteten Datensatzes
<F3>/<n>(next) Aufruf des alphabetisch folgenden Datensatzes
<F4>/<l>(last) Aufruf des letzten Datensatzes einer Datei
<F5>/<p>(previous) Aufruf des Datensatzes, der vor dem zuletzt bearbeiteten steht
<F6>/<f>(first) Aufruf des ersten Datensatzes der Datei
<F7>/<m>(match) langsamere Suche nach einem Datensatz unter Verwendung verschiedenster Vergleichskriterien (siehe MATCH-Menü)
<F8>/<o>(output) Ausgabe des aktuellen Datensatzes
<a>(add) Anlegen eines neuen Datensatzes; Schlüssel muß geändert werden
<r>(replace) Ändern eines bereits bestehenden Datensatzes; der Schlüssel bleibt erhalten
<d>(delete) Löschen eines Datensatzes
<+> Anzeigen des folgenden Bildschirms des Datensatzes
<-> Anzeigen des vorherigen Bildschirms des Datensatzes
SUPERBASE-Steckbrief: SELECT-Menü
<RETURN> Rücksprung zum 1. Menü
DISPLAY Ausgabe auf dem Bildschirm; I und II; Default-Befehl
PRINT Ausgabe auf dem Drucker; I und II; Default-Befehl
ACROSS Ausgabe der ungekürzten Feldinhalte quer über den Bildschirm; I und II; Default-Befehl
DOWN zweispaltige Ausgabe; links Feldnamen, rechts ungekürzte Feldinhalte; I und II
ALL Ausgabe aller Datensätze; II; Ausgabe kann mit <RUN/STOP> abgebrochen werden
FROM "Liste" Ausgabe der Datensätze, deren Schlüssel in der Liste gespeichert sind; II; im FIND-Modus erhält die Liste automatisch den Namen »liste«
[Feldname] Ausgabe des Inhaltes eines ausgewählten Feldes
"TEXT" Ausgabe von zusätzlichem Text
Formel [Feldname] Ausgabe unter Berechnung mit dem Feldinhalt
<&> Verkürzungsbefehl, Löschung der Leerstellen am Ende eines Feldinhaltes
& x Ausgabe der Feldinhalte bis zu einer Feldlänge x
& x,y Ausgabe eines verkürzten Zahlenfeldes; Nachkommastellen werden unter Umständen automatisch gerundet; weist die Vorkommazahl mehr Stellen auf, erfolgt die Fehlermeldung »Vorzeichen (+/-) entsprechende Anzahl an Doppelkreuzen (#...)« in der laufenden Ausgabe
@ x Positionierung der Ausgabe in Spalte x
@ x,y Positionierung der Ausgabe in Spalte x, Zeile y
@ 1,0 Ausgabe einer Leerzeile
@ 0 Cursor home
TO "Name" Ausgabe an eine Datei
<←> Anzeige der ausgeführten Befehlszeile (für die erneute Ausführung muß unter Umständen OUTPUT eingefügt werden)
SUPERBASE-Steckbrief: OUTPUT-Menü

Möglichkeiten der Befehlszeile:

laden durch LOAD, RETURN; "Programmname" und RETURN oder LOAD "Name" und RETURN
speichern durch SAVE (Einzelheiten siehe laden)
starten durch RUN oder EXECUTE
listen durch LIST
schützen durch PROTECT "Programmname"; Programm wird verschlüsselt abgespeichert, kann nun nicht mehr gelistet (außer Text nach REM in der ersten Zeile) oder geändert werden

Befehle der Datenbanksprache

BRKON STOP-Taste einschalten; I
BRKOFF STOP-Taste ausschalten; I
LMARG x Setzen des linken Randes; I
RMARG x Setzen des rechten Randes; I
PLEN x Setzen der Seitenlänge; I; normal 72
TLEN x Setzen der Zeilenanzahl; I; minimal drei
PDEF x Auswahl des Druckertyps; I;
0 = CBM-Matrix Nadeldrucker; CBM-ASCII
1 = nicht CBM-Matrix Nadeldrucker; Standard-ASCII
2 = Typenraddrucker; Standard-ASCII
5 = nicht CBM-Matrix Nadeldrucker; CBM-ASCII
6 = Typenraddrucker; CBM-ASCII
PDEV x Gerätenummer des Druckers; I; weitere Einzelheiten siehe entsprechendes Druckerhandbuch
LFEED x nach jedem RETURN ein Zeilenvorschub (0 nein, 1 ja)
CONT x fortlaufender Ausdruck (1); Pause am Seitenende (0)
SPACE x Anzahl der Leerzeilen zwischen den mit REPORT und OUTPUT erzeugten Zeilen (0 = eine, 1 = zwei, 2 = drei und 3 = vier Leerzeilen)

Anmerkung:

»I« bedeutet in den Steckbriefen, daß es sich um einen Primärbefehl handelt, das heißt, er muß am Anfang einer Befehlszeile stehen. Entsprechend ist unter »II« ein Sekundärbefehl zu verstehen, der also einem Primärbefehl folgt. Die spitzen Klammern geben an, daß der Befehl durch Drücken der zugehörigen Taste oder Tasten aufgerufen werden kann.

SUPERBASE-Steckbrief: PROG-Menü

Die Centronics-Schnittstelle in Superbase 64

Selbstverständlich beinhaltet Superbase 64 auch eine Centronics-Schnittstelle. Über diese Schnittstelle lassen sich zum Beispiel Epson-Drucker ohne teure Interfaces betreiben. Damit die Centronics-Schnittstelle angesprochen werden kann, müssen im »Start«-Programm kleine Änderungen vorgenommen werden. Durch »PDEV 0« wird die Centronics-Schnittstelle angesprochen. Mit »PDEF 1« erhält man Standard-ASCII für einen Epson-Matrixdrucker und »LFEED 1« sendet nach jedem RETURN einen Zeilenvorschub. Natürlich können die Befehle auch nach jedem Starten in der Befehlszeile neu eingegeben werden.

Jetzt benötigt man nur noch ein Flach- oder Rundkabel, beide sind bis 1,5 Meter übertragungssicher, und zwei Stecker, um die Geräte zu verbinden. Am User-Port müssen allerdings ein paar Kabel vertauscht werden. Hier kann man sich nicht vor der Lötarbeit drücken. Über die Steckerbelegung gibt die Tabelle Auskunft.

Centronics Pin-Nr. Name User-Port Pin-Nr.
1 STROBE M
2 DATA 1 C
3 DATA 2 D
4 DATA 3 E
5 DATA 4 F
6 DATA 5 H
7 DATA 6 J
8 DATA 7 K
9 DATA 8 L
11 BUSY B
16 0V (Masse) A

Am Drucker sind die Pole der Buchse zumindest beim Epson FX-80 + bezeichnet, die Bezeichnung der Pins des User-Ports finden sich im Handbuch im Anhang I auf Seite 143 (C 128 Handbuch; Anhang L, Seite 4). Bitte achten Sie beim Löten darauf, daß Sie die Oberseite und die Unterseite des User-Port-Steckers nicht verwechseln. Außerdem tauchen in der Bezeichnung der Pins die Buchstaben »G« und »I« nicht auf. Verzählen Sie sich also nicht!

Der Drucker empfängt übrigens die acht Datenbits, wenn »STROBE« Low ist. Beim Empfangen, während des Druckens, im OFF-LINE-Modus und im Fehlerfall liegt BUSY auf High, dann können keine neuen Daten empfangen werden.

Wenn nach diesen Vorbereitungen Ihr Ausdruck statt der eckigen Klammern »Ä« und »Ü« enthält, dann haben Sie den deutschen Zeichensatz eingestellt. Sie müßten noch den DIL-Schalter des Druckers entsprechend umstellen oder vor dem Laden von Superbase über eine andere Centronics-Schnittstelle (zum Beispiel in Ausgabe 7/84, Seite 110) folgende Escape-Sequenz an den Drucker schicken:
CHR$(27);"R";CHR$(0);

Mit dem amerikanischen Zeichensatz erhalten Sie dann einen korrekten Ausdruck.

Wie aus einer Leserzuschrift von Herrn Heinz Maier hervorgeht, läßt sich auch eine andere Centronics-Verbindung realisieren. Er betreibt einen Star SG-10 unter Anschluß des User-Port-Pins B an Centronics 10. Dieser Pin liegt, wenn der Drucker empfangsbereit ist, wie der Pin 11 auf Low. Für den Star SG-10 empfiehlt Herr Maier im Start-Programm ebenfalls folgende Druckerdefinition: »PDEF 1« und »PDEV 0«.

Plotter VC 1520 und Superbase

Der inzwischen günstig erhältliche Commodore-Plotter VC 1520 eignet sich aufgrund seines beschränkten Zeichensatzes nur bedingt für eine Textverarbeitung oder ein Datenbankprogramm. Dieser Nachteil kann inzwischen — so meine ich — in Kauf genommen werden, wenn man für die Anschaffung eines ersten Druckers nicht viel Geld anlegen will. Entgegen anders lautenden Aussagen läßt sich dieses Ausgabegerät auch mit Superbase verwenden.

Zunächst sollte man den Plotter vor dem Laden von Superbase auf Kleinschrift umschalten. Dies geschieht durch folgende Befehlsfolge:
OPEN 6,6,6: PRINT#6,1: CLOSE 6.

Nun sind bei einem Ausdruck von Superbase aus wenigstens die Groß- und Kleinbuchstaben nicht vertauscht. Im START-Programm benutze ich dann folgende Befehle: LMARG 1 (linker Rand 1), RMARG 40 (rechter Rand 40), LFEED 0 (keine zusätzliche Leerzeile), PDEV 6 (Gerätenummer 6) und PDEF 0 (CBM-Matrix-Nadeldrucker). Wenn jetzt der Plotter angesprochen wird, erhält man die I/O-Fehlermeldung 5 (Gerät nicht vorhanden). Gleichzeitig wird der 1520 initialisiert, so daß die Kleinschrifteinstellung gelöscht wird. Es erfolgt kein weiterer Ausdruck. Hier hilft, warum auch immer, ein kleiner Trick. Geben Sie in die Befehlszeile »PDEV 6,0« ein. Es erscheinen zwar die Meldungen »drücken Sie RETURN um fortzufahren« und »Ungültige Befehlparameter« die Sie durch < RETURN > bestätigen müssen. Anschließend funktioniert der Ausdruck fehlerfrei. Sie müssen nur bedenken, daß nicht alle Zeichen korrekt wiedergegeben werden. Ein Problem mit deutschen Umlauten existiert dagegen nicht, da Superbase diese Zeichen fehlen (eine ASCII-Code-Tabelle befindet sich im Plotterhandbuch unter Anhang B).

(Gerd Wiechering/bj)
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