Computer-Wäsche

Es gibt immer mehr Zubehör. Zu diesem Zubehör gehört auch speziell auf den Computer abgestimmtes Reinigungsmaterial. Wir wollen Ihnen hier nun zeigen was es gibt und was man wirklich braucht.

Firmen, die vor nicht allzu langer Zeit mit Computern nichts zu tun hatten und Zubehör für Videorecorder beziehungsweise Stereoanlagen fertigten, stellen heute Reinigungsmittel für Computer, Diskettenlaufwerke und Datasetten her. Diese Branche hat sogar einen speziellen Namen und nennt sich »Careware«. Viele amerikanische Firmen versuchen in diesem Bereich auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Sie sind der Auffassung, daß gerade hier noch viel zu tun ist. Hergestellt wird an Reinigungsmitteln so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann. Das Spektrum reicht von normalen flüssigen Reinigungsmitteln über mechanische Schutzeinrichtungen bis hin zu Schreib-/Lesekopf-Reinigern für Diskettenlaufwerke und Datasetten.

Kernseife und Wasser reichen nicht

Selbst in den Handbüchern steht geschrieben, daß der C 64 hin und wieder mit einem feuchten Lappen zu reinigen ist. Häufig ist aber der Schmutz schon so tief »eingefressen«, daß sich mit einem feuchten Lappen nichts mehr reinigen läßt. Viele werden in einem solchen Fall zu ganz normalen, auch im Haushalt gebräuchlichen Reinigungsmitteln greifen. Aber solche Chemikalien sind oft äußerst ungeeignet, weil sie teilweise zu »scharf« sind und bestimmte Plastikzusammensetzungen, aus denen der C 64 nun mal besteht, auflösen. Damit der C 64 nicht innerhalb kürzester Zeit aussieht wie ein »Schweizer Käse«, wurden Reinigungsmittel entwickelt, mit denen sich der C 64 schonend säubern läßt. Reinigungsmittel dieser Art gibt es in Form von Spray-Dosen und Reinigungstüchern für den einmaligen Gebrauch.

Um den Flugstaub, der in jedem Zimmer existiert, vom geliebten Computer fernzuhalten, nutzen flüssige Reinigungsmittel wenig. Abdeckhauben, die für wenig Geld in jedem Computerfachhandel zu haben sind, sind dazu schon besser geeignet. Natürlich läßt sich der lose Staub, Zigarettenasche oder ähnliches auch mit kleinen Preßluftflaschen, die ebenfalls im Fachhandel zu haben sind, aus den entferntesten Winkeln blasen.

Statische Ladungen schaden dem Computer

Staub und Schmutz schaden den Daten, mit denen gearbeitet wird, recht wenig. Worauf der Computer schon wesentlich allergischer reagiert sind »statische Aufladungen« des Bildschirms und Computers. Durch sie können Daten gelöscht oder verändert werden. Außerdem ziehen sie Staub und Schmutz an wie ein Magnet. Laut Hersteller-Aussagen helfen dagegen sogenannte »Antistatik-Sets«. Mittel dieser Art werden in Form von Spray-Dosen und Reinigungstüchern angeboten. In ihrer Wirkung sind beide Formen identisch. Reinigungstücher allerdings lassen sich nur einmal benutzen. Damit sie nicht austrocknen, sind sie in Aluminiumfolie eingeschweißt. Soll der Computer gegen statische Aufladungen geschützt werden, sind Spray-Dosen besser geeignet. Denn mit ihnen kommt man auch an schlecht zugängliche Stellen, zum Beispiel zwischen die Tasten. Möchte man seinen C 64 nicht mit Chemikalien jeglicher Art behandeln, um statische Aufladungen zu verhindern, so gibt es auch noch einen anderen Schutz. Antistatikmatten, die unter den Computer gelegt werden, sollen ebenfalls eine Aufladung verhindern. Diese statischen Aufladungen kommen hauptsächlich bei synthetischen Teppichböden vor.

Diejenigen unter Ihnen, die mit der Datasette arbeiten, müssen sich häufig mit dem »Load Error« auseinandersetzen. Die Ursache für diese Fehlermeldung ist meistens ein verschmutzter Schreib-/Lesekopf oder eine verschmutzte Andruckwalze. Dieser Schmutz besteht aus abgeriebenem Bandmaterial und läßt sich mit einem weichen Tuch, getränkt in Spiritus, beseitigen.

Load Error

Allerdings ist der Tonkopf und besonders die Andruckwalze schlecht zugänglich. Daher sind Firmen schon vor längerer Zeit auf die Idee gekommen, »Reinigungskassetten« zu entwickeln, deren Bandmaterial aus einem extrem feinen Schmirgelpapier gefertigt ist. Eine andere und schonendere Möglichkeit bieten die seit kurzem angebotenen mechanischen Reinigungskassetten. Die in ihnen eingebaute Mechanik bewegt ein mit einer speziellen Flüssigkeit angefeuchtetes Stückchen Vließ am Tonkopf hin und her und entfernt somit den Schmutz vom Kopf. Eine Walze sorgt dafür, daß auch die Andruckrolle gereinigt wird. Diese mechanischen Reinigungskassetten sind natürlich auch für normale Musikrecorder geeignet.

Besitzt man einen Matrix- oder Typenraddrucker, sollte etwa alle zwei bis drei Monate, je nach Anzahl der Betriebsstunden, der Druckkopf beziehungsweise das Typenrad gereinigt werden. Zu diesem Zweck stellen einige Firmen Lösungsmittel her, die die eingetrockneten Farbpartikel zwischen den Nadeln des Druckkopfes lösen und somit für ein sauberes Schriftbild sorgen. Für Typenräder gibt es sogar spezielle Reinigungsbehälter, die mit dem Lösungsmittel gefüllt über Nacht das Typenrad oder den Kugelkopf reinigen.

Bevor man jetzt in den nächsten Computer-Laden stürzt, um sich die entsprechenden Mittelchen zu besorgen, sollte man sich erst einmal Gedanken darüber machen, wie sinnvoll sie für den Heimbereich sind. Im allgemeinen reicht zur rechtzeitigen Reinigung von Computer, Monitor, Drucker oder Datasette ein saugfähiger Lappen, eine Flasche Spiritus, ein Pinsel und eventuell Wattestäbchen vollkommen aus. Für den kommerziellen Einsatz von Computern mag das vielleicht anders sein. Ich bin bisher ohne solche Reinigungsmittel ausgekommen und mein Computer funktioniert immer noch und das schon seit mehr als 5 Jahren.

Was nutzt die Careware

Einen Verlust von Daten durch statische Aufladungen konnte ich bisher auch noch nicht feststellen. Ob Sie Ihre Computer-Anlage mit Spiritus oder den zuvor beschriebenen Reinigungsmitteln behandeln, auf eines sollten Sie auf jeden Fall achten. Während der Reinigung müssen alle Geräte ausgeschaltet werden. Man darf sie erst dann wieder einschalten, wenn alles trocken ist.

(ah)
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