Das Klangspektakel

Die Frankfurter Musik-Messe gilt als eine der wichtigsten in der Musik-Branche. Von der Mundharmonika bis zur Kirchenorgel ist hier so ziemlich alles vertreten, was Klang und Namen hat.

Im Frankfurter Messe-Gelände war die Hölle los: In vier riesigen Ausstellungshallen versuchten sich die Musik-Hersteller gegenseitig an Lautstärke ihrer Produkte zu überbieten. An ein ruhiges Gespräch mit den Ausstellern war so gut wie nicht zu denken. Kein Wunder, daß die mit Schallschutzfenstern ausgestatteten Cafes dauernd überfüllt waren.

Verständlicherweise spielten die Heimcomputer bei diesem Klangspektakel eine eher untergeordnete Rolle. Interessant war ein neuer Trend bei den Anbietern von elektronischen Musikinstrumenten: Entgegen der verbreiteten Meinung, der Heimcomputer würde seinen Siegeszug als universelles Steuergerät (Midi) antreten, gehen immer mehr Hersteller dazu über, selbstentwickelte Einplatinen-Gomputer in ihre Geräte einzubauen.

Eine echte Sensation kam von Musik-Sales-Limited: Ein Modul für den Expansion-Port des C 64. Es enthält den zwölfstimmigen Soundchip des Yamaha DX-7 (ein von den meisten bekannten Pop-Gruppen verwendeter Synthesizer). Mit diesem Chip lassen sich sogenannte FM-Sounds mit überwältigender Klangfülle erzeugen. Von den zwölf Stimmen kann man mit etwas Fingerakrobatik acht gleichzeitig auf der Tastatur spielen, die restlichen vier dienen der Begleitung. Nebenbei sind in das Programm automatische Schlagzeugsoli, eine Begleitautomatik und ein Sequencer integriert. Eine Version mit Midi-Steuer-Software ist in Arbeit. Für zirka 80 Mark wird es einen Up-Date-Service geben. Das Wunder-Modul hört auf den Namen »Sound-Expander« und ist für 399 Mark zu haben.

Neu ist weiterhin eine Aufsatztastatur für den C 128 für 118 Mark (inklusive einfachem Musik-Programm) und ein professionelles Keyboard zum Anschluß an den Sound-Expander für 280 Mark. Ein ausführlicher Testbericht des Sound-Expanders wird voraussichtlich in der Juni-Ausgabe der 64’er erscheinen.

Info: Deutscher Vertrieb durch: Music In Print GmbH, Rheinischer Ring 31a, 5120 Troisdorf 15

Ein heißes Angebot für Midi-Einsteiger kommt von der Firma Steinberg Research: Der Track-Star für den C 64. Das Paket umfaßt ein einfaches Midi-Interface und die dazugehörige Steuersoftware. Track-Star stellt insgesamt acht Aufnahme-Spuren (Tracks) für Midi-Informationen zur Verfügung, davon je vier für Schlagzeug- und Synthesizer-Steuerung. Insgesamt 10000 Midi-Daten können gespeichert und editiert werden. Ein Single-Step-Recording-Modus für schnelle Soundwechsel während eines Musikstückes ist vorhanden. Außerdem kann mit dem Steuerprogramm ein Tonband mit allen Funktionen (Vor- und Zurückspulen, Abspielen mit regelbarer Geschwindigkeit, etc.) simuliert werden. Die Dokumentation ist speziell auf Midi-Einsteiger zugeschnitten. Komplettpreis: 198 Mark.

Info: Steinberg Research, BND 228, 2000 Hamburg 28

Mehr für die Musik-Profis gedacht ist das Programm Score-Track von C-Lab-Software. Der Score-Track umfaßt unter anderem einen 16-Track-Sequencer, einen Editor, der es erlaubt, die Midi-Daten als Noten darzustellen und zu verändern, und einen Score-Writer, mit dem sich die Noten ausdrucken lassen. Preis: 590 Mark.

Info: C-Lab, Postfach 710 446,2000Hamburg 71

Auch Orgel-Gigant Wersi stellte neue Midi-Software für den C 64 vor. Das Programm Multi-Track-16 gestattet besonders einfache Programmierung und exakte Steuerung der Midi-Geräte. Während einer eindrucksvollen Demonstration am Wersi-Stand steuerte der C 64 über Midi einen Wersi-MK 1-Synthesizer und ein elektronisches Schlagzeug. Zu dieser »kompletten Band« improvisierte ein Wersi-Mitarbeiter auf einem zweiten Synthesizer eine Melodie. Multi-Track-16 kostet 290 Mark.

Info:Wersielectronic GmbH & Co., Industriegebiet, 5401 Halsenbach

Vom Midi-Spezialist Jellinghaus kommt das Midi-Recording-Studio. 16 Tracks und insgesamt 9200 Midi-Speicherplätze stellt das Midi-Recording-Studio für die Aufnahme von Steuer-Informationen zur Verfügung. Interessant ist auch eine weitere Neuerung: Das Programm gibt es auch komplett mit einem Score-Writer-Modul für den Expansion-Port. Mit diesem kann man zum Beispiel auf einem Synthesizer eine Melodie spielen, mit dem C 64 aufzeichnen und als Partitur ausdrucken. Der Preis für das Recording-Studio beträgt 290 Mark, für den Score-Writer mit Recording-Studio 990 Mark.

(tr)

Info: Jellinghaus Musik Systeme, Martener Hellweg 40, 4600 Dortmund 70

PDF Diesen Artikel als PDF herunterladen
Mastodon Diesen Artikel auf Mastodon teilen
← Vorheriger ArtikelNächster Artikel →