C 64
Drucker

Interface-Kaufhilfe

Sie wollen Ihr Computer-System durch den Kauf eines Druckers mit Centronics-Schnittstelle krönen? Dann brauchen Sie ein Interface. In einem ausführlichen Test stellen wir die bekanntesten Geräte vor und zeigen Ihnen ihre Vor- und Nachteile.

Bild 3. Einfache Bedienung und trotzdem hohe Kompatibilität sind kennzeichnend für die Wieseman-Interfaces 92000/G und 92008/G.

Diejenigen, die oft mit dem Computer arbeiten, werden früher oder später vor das Problem gestellt, sich einen Drucker zu kaufen. Aber welchen? Entscheidet man sich für einen preiswerten Commodore-Drucker, bekommt man ein Gerät, das ohne jegliche Zusätze direkt an den C 64 angeschlossen werden kann. Es ist jedoch in Kauf zu nehmen, daß diese Drucker einzig und allein für den Heim-Bereich entwickelt wurden. So lassen die Möglichkeiten dieser Geräte, was Geschwindigkeit, Schriftbild und zusätzlichen Funktionen anbelangt, noch viele Wünsche offen. Anders ist das bei den Druckern anderer Hersteller. Neben einer wesentlich höheren Geschwindigkeit haben diese Geräte ein besseres Schriftbild und auch die Qualität der Mechanik ist erheblich besser als bei denjenigen von Commodore. Das wiederum macht sich jedoch im Preis bemerkbar. Denn für solche Drucker ist durchaus mit Preisen zwischen 1000 und 2000 Mark zu rechnen. Außerdem haben sie neben dem Preis noch einen weiteren Nachteil. Sie lassen sich nicht ohne weiteres an den C 64 anschließen. Denn Drucker dieser Art verlangen die vom Computer gesendeten Daten, die sich jeweils aus acht Informationen zusammensetzen, parallel über eine sogenannte Centronics-Schnittstelle. Der C 64 sendet diese Informationen aber nicht parallel, sondern seriell über die IEC-Schnittstelle, an die unter anderem auch das Diskettenlaufwerk angeschlossen wird. Man benötigt für Drucker, die mit einer Centronics-Schnittstelle ausgestattet sind, also ein Gerät, das die vom Computer gesendeten seriellen Informationen in parallele wandelt. Ein solches Gerät nennt man »Interface« (wörtlich übersetzt: Zwischengesicht).

Wir haben hier für Sie die vier bekanntesten und wohl auch gängigsten Interfaces ausführlich getestet und zeigen Ihnen ihre Vor- und Nachteile. Bei den getesteten Interfaces handelt es sich um folgende Typen:

  1. Das VC-Epson-Interface 8422 mit 2-KByte-Druckerpuffer von Görlitz (Bild 1)
  2. Das PCB IF64/128 von HDS Prüftechnik (Bild 2)
  3. Das Universal-Druckerinterface 92008/G mit 8-KByte-Druckerpuffer von Wiesemann (Bild 3)
  4. Das VCI-2/2-Interface von Data Becker
Bild 1. Das neue Interface von Görlitz gehört zu den leistungsfähigsten Geräten seiner Art.
Bild 2. Das Interface von HDS-Prüftechnik zeichnet sich durch seine frei programmierbaren Sekundäradressen aus.

Die Aufgabe eines Interfaces ist aber nicht nur das Wandeln der seriellen Informationen. Vielmehr müssen die vom Computer gesendeten Zeichen in das ASCII-Format des Druckers umcodiert werden. Denn der Zeichensatz des C 64 stimmt nicht mit dem des Druckers überein. Außerdem ist kein Drucker mit dem Standard-ASCII-Zeichensatz in der Lage, die Commodore-Sonderzeichen zu Papier zu bringen. Daher müssen diese Sonderzeichen vom Interface generiert werden. Mit den getesteten Interfaces läßt sich, gesteuert durch die Sekundäradressen, ein Commodore-Drucker weitgehend simulieren. Es stehen alle Grafik- und Sonderzeichen des C 64 im vollen Umfang zur Verfügung. Auch die meisten Steuerzeichen der Commodore-Drucker sind vorhanden. Neben diesem, nennen wir ihn Commodore-Modus, existiert bei allen Interfaces eine Betriebsart, die es erlaubt, die Zeichen so zu drucken, wie sie vom C 64 gesendet werden, also ohne Umcodierung. Diese Betriebsart ist besonders dann wichtig, wenn man eine Hardcopy von einer Hi-Res-Grafik, also einem hochauflösenden Grafikbildschirm, zu Papier bringen möchte. Außerdem sind in dieser Betriebsart die Möglichkeiten des angeschlossenen Druckers vom C 64 aus voll nutzbar.

Nun lassen sich die Interfaces rein vom Äußeren in zwei Gruppen aufteilen. Das sind einmal diejenigen, die in ein eigenes Gehäuse eingebaut sind und sich entweder direkt oder über ein Kabel mit der Centronics-Schnittstelle des Druckers verbinden lassen. Zum anderen gibt es aber auch solche, die in den Drucker eingebaut werden müssen. Achten Sie beim Kauf eines solchen Interfaces unbedingt darauf, daß es vom Händler eingebaut wird. Denn wenn Sie selbst Hand anlegen, setzen Sie die Garantieansprüche für den Drucker aufs Spiel.

Der Befehlsstarke

Das VC-Epson-Interface von Görlitz ist als Einbauinterface für die Epson-Drucker oder als externe Einheit für alle Epson-Kompatiblen erhältlich. Ausgestattet mit einem eigenen Z80-Mikroprozessor und einem 2-beziehungsweise 8 KByte großen Zwischenspeicher für Texte, handelt es sich bei diesem Interface, zumindest was den Befehlsvorrat anbelangt, wohl um eines der leistungsfähigsten, die zur Zeit auf dem Markt erhältlich sind. Aber gerade die Vielfalt der zusätzlichen Befehle beziehungweise Steueranweisungen macht die Bedienung dieser Baugruppe nicht ganz einfach. Der eingebaute Z80-Prozessor hat wie bei Interfaces anderer Hersteller die Aufgabe, Druckerbefehle aufzunehmen und auszuwerten. Zur Auswertung gehört die Steuerung der Schriftzeichen und -typen. So werden nicht nur die gesamten Funktionen der Epson-Drucker dem Programmierer zugänglich gemacht, sondern auch der originale Zeichensatz des Computers, und das in 20 verschiedenen Größen in normaler und invertierter Darstellung. Außerdem sind Vorkehrungen getroffen, die das Arbeiten mit anderen Programmen erleichtern, die für die Commodore-Drucker geschrieben wurden. So enthält das Interface einen Commodore-Grafik-Modus, der die gleichen Steuerbefehle verarbeitet wie ein Sieben-Nadel-Commodore-Drucker (zum Beispiel MPS 801). Mit Hilfe der im Interface eingebauten DIP-Schalter läßt sich die Geräteadresse zwischen 0 und 15 frei wählen. Über die Sekundäradressen lassen sich die einzelnen Betriebsarten umschalten. Ähnlich wie bei den Commodore-Druckern, die sich über die Sekundäradresse 0 auf den Groß-/Grafikmodus und über die Sekundäradresse 7 auf Groß-/Kleinschrift umschalten lassen, ist dies auch beim Görlitz-Interface möglich. Außerdem ist in dem Interface noch ein Kommando- beziehungsweise Linearkanal integriert, der die vom Computer gesendeten Zeichen ohne Umcodierung zum Drucker weiterleitet. Die Wahl der Sekundäradressen ist bei diesem Gerät ein wenig unglücklich ausgefallen. Während man bei den Commodore-Druckern über die Sekundäradresse 7 in den Groß-/Kleinschriftmodus gelangt, ist das beim Görlitz-Interface bei der Sekundäradresse 2 oder 10 der Fall. Diese Inkompatibilität macht die Änderung eines jeden Programms erforderlich, das nicht für das Görlitz-Interface erstellt wurde. Das heißt, ganz so schlimm ist es nicht; denn die letzte Betriebsart läßt sich mit Hilfe eines Befehls fixieren. Sie kann, egal welcher OPEN-Befehl folgt, nicht mehr geändert werden. Soll zum Beispiel eine HiRes-Hardcopy mit einem Programm angefertigt werden, das für das Data-Becker-Interface geschrieben wurde, dann ist folgendes zu beachten:

Alle Daten müssen im Direkt-Modus zum Drucker gesendet werden. Das Data-Becker-Interface benutzt dazu die Sekundäradresse »1«, das Görlitz-Interface die Sekundäradresse »4«. Soll das Programm nicht abgeändert, aber trotzdem auch mit dem Görlitz-Interface lauffähig sein, dann läßt sich das, bevor das Programm gestartet wird, im Direkt-Modus so bewerkstelligen: OPEN1,4:PRINT#1,CHR$(27)" X" CHR$(27)"B"CHR$(27)"L":CLOSE1

Das Interface sendet nun, egal welche Betriebsart vom Programm im OPEN-Befehl angewählt wird, alle Daten im Direkt-Modus zum Drucker. Denn in der angegebenen Zeile fixiert »" X"« die Betriebsart. Eine weitere abnorme Eigenschaft wurde oben schon angedeutet. Für jede Betriebsart existieren zwei Sekundäradressen. Bei den Sekundäradressen zwischen 0 und 4 wird ohne Auto Line Feed (Wagenrücklauf mit automatischem Zeilenvorschub) gearbeitet. Zählt man jedoch zur entsprechenden Sekundäradresse 8 hinzu, so wird mit Auto Line Feed gearbeitet. Dieses softwaremäßige An- und Abschalten des Auto Line Feeds ist zwar schön und gut, aber warum wurde nicht noch ein zusätzlicher DIP-Schalter spendiert, mit dem sich der Auto Line Feed auch hardwaremäßig einstellen läßt? Warum wurden die Sekundäradressen nicht so gewählt, daß sie zumindest mit denen der Commodore-Drucker übereinstimmen?

Eine besondere Bedeutung kommt beim Görlitz-Interface dem OPEN-Befehl zu. Hier kann nicht nur ein Druckerkanal geöffnet werden, sondern es läßt sich mit Hilfe eines in Hochkommata eingefaßten Strings eine Zahl übergeben, die den Zeilenabstand festlegt.

Außerdem verfügt das Interface über eigene Steuerfunktionen, sogenannte »Escape-Seguenzen«, die genauso angewendet werden wie diejenigen des Druckers. So läßt sich mit diesen Sequenzen aus einem Programm heraus oder im Direkt-Modus die Breite der Commodore-Zeichen festlegen oder, was ganz wichtig ist, die zuletzt definierte Betriebsart fixieren. Dadurch ist jedes Programm lauffähig, egal für welchen Drucker oder welches Interface es geschrieben wurde. Dazu muß man allerdings die jeweils erforderliche Betriebsart kennen. Die im folgenden aufgeführte Liste der Steuersequenzen zeigt die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten:

Abschließend läßt sich zu diesem Interface sagen, daß es sich um eine gelungene Entwicklung handelt.

Der Alleskönner

HDS-Prüftechnik ist bei der Entwicklung ihres Interfaces PCB IF64/128 einen völlig anderen Weg gegangen. Trotz extrem einfacher Bedienung zeichnet sich dieses Gerät durch eine sehr hohe Flexibilität und einen zusätzlichen Druckerpuffer aus. Die einzelnen Betriebsarten werden auch bei dieser Baugruppe über die Sekundäradressen angewählt. Das Besondere aber ist, daß die Sekundäradressen über sogenannte Funktionsnummern frei programmierbar sind. Das heißt, daß sich den Sekundäradressen bestimmte Betriebsarten zuordnen lassen. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit der Sekundäradresse 1 die Betriebsart Commodore Groß-/Kleinschrift oder die Betriebsart Druckerdirekt-Modus zuzuweisen. Die Funktionsnummern haben folgende Bedeutung:

Dadurch läßt sich das Interface an fast jedes Programm sehr leicht anpassen. Möchte man zum Beispiel unter der Sekundäradresse 0 Commodore Großschrift/Grafikzeichen und unter der Sekundäradresse 7 Commodore Groß-/Kleinschrift drucken, dann muß zuerst der Interface-interne Kommandokanal 14 geöffnet werden. Anschließend kann die Sekundäradressen-Konfiguration mit dem Befehl »U« übergeben werden. Das könnte dann so aussehen: 10 OPEN 14,4,14:REM KOMMANDOKANAL ÖFFNEN 20 PRINT #14,"U"; CHR$(0); CHR$(7); CHR$(255); CHR$(255) 30 CLOSE 14:REM KOMMANDOKANAL SCHLIESSEN

In der Zeile 20 werden den Funktionsnummern 1, 2, 3, 4 nacheinander die Sekundäradressen 0, 7, nicht belegt, nicht belegt zugewiesen.

Diese doch recht erstaunliche Eigenschaft macht das Fixieren einer Betriebsart überflüssig, wie es zum Beispiel bei den anderen Interfaces der Fall ist. Mit dem PCB IF64/128 läßt sich so gut wie jedes Interface simulieren.

Natürlich ist es nicht erforderlich jedes Mal nach dem Einschalten die Sekundäradressen neu zu definieren. Denn mit Hilfe von zwei DIP-Schaltern kann eine von vier Sekundäradressen-Konfigurationen vorgewählt werden, die nach dem Einschalten aktiviert wird. Diese vier Konfigurationen lassen sich aber nicht nur per DIP-Schalter, sondern auch im Direkt- oder Programm-Modus einstellen, indem man die Buchstaben M, E, D, X unter der Sekundäradresse 14 zum Interface sendet. Dabei steht M für Commodore-Modus, E für Epson-Modus, D für Data-Becker-Modus und X für den Umlautmodus.

Im Commodore-Modus reagiert das Interface wie eine Mischung zwischen den Druckern MPS 801 und MPS 802. Dabei entspricht der Zeichensatz dem des MPS 802, es sind aber auch die Grafikbefehle des MPS 801 verwendbar.

Der Umlautmodus ist für den Einsatz von Typenrad-Schreibmaschinen geeignet, da auf einfache Weise die deutschen Umlaute erreicht werden können.

Im Data-Becker-Modus wird, wie der Name schon sagt, das Data-Becker-Interface simuliert. So arbeiten auch alle Programme dieses Software-Hauses mit dem PCB IF64/128 zusammen.

Mit Hilfe der DIP-Schalter kann aber nicht nur die Sekundäradressen-Konfiguration festgelegt werden, sondern auch die Geräteadresse, die sich entweder auf 4 oder 5 einstellen läßt. Auch ein DIP-Schalter für Auto Line Feed fehlt nicht. Die letzten drei DIP-Schalter dienen dazu, das Interface auf einen der 21 möglichen Druckertypen anzupassen.

Wie oben schon beschrieben, dient der Kommandokanal dazu, bestimmte Informationen an das Interface zu übermitteln. Neben den schon angedeuteten Funktionen existieren noch einige Sonderfunktionen, die auch erwähnenswert sind. Mit ihnen kann nämlich unter anderem der Zeilenabstand in n/72-Zoll-Schritten eingestellt, Zeichen in doppelter Höhe ausgedruckt, auf Fettschrift umgeschaltet, ein Interface-RESET oder ein Selbsttest durchgeführt werden.

Durch die hohe Flexibilität und die leichte Bedienung, ist der Kauf des PCB IF64/128 durchaus zu empfehlen. Aber ein Manko hat es dennoch. Obwohl sich das Interface in einem eigenen Gehäuse befindet und es daher von außen an die Centronics-Schnittstelle angeschlossen werden kann, muß der Drucker geöffnet und ein Kabel zur Spannungsversorgung des Interfaces an den Pin 18 oder 35 der Centronics-Buchse angelötet werden.

Der goldene Mittelweg

Wiesemann hat bei der Konstruktion ihrer Interfaces einen Weg gefunden, der jeder Anforderung gerecht wird. Erstens sind sie in einem eigenen Gehäuse untergebracht und werden einfach in die Centronics-Buchse des Druckers gesteckt und zweitens entweder über ein externes Netzteil oder über die 5V des C 64 mit Spannung versorgt. Am Drucker selbst braucht man also keinerlei Veränderungen vornehmen. Das Interface ist in zwei Ausführungen erhältlich, mit oder ohne 8-KByte-Textpuffer. Anschließen läßt sich so ziemlich alles, was mit einer Centronics-Schnittstelle ausgestattet ist. Die jeweiligen Druckertypen können über fünf DIP-Schalter an das Interface angepaßt werden. Ein weiterer Schalter dient zur Umschaltung der Geräteadresse. Man hat hier die Wahl zwischen Geräteadresse 4 oder 5. Ähnlich wie bei den zuvor behandelten Geräten, wird beim Wiesemann-Interface die Betriebsart mit der Sekundäradresse festgelegt, von denen insgesamt fünf existieren. Die Sekundäradressen 0 und 7 entsprechen denen der Commodore-Drucker. Also 0 für Großschrift/Grafik-Zeichen und 7 für Groß-/Kleinschrift. Mit der Sekundäradresse 1 läßt sich der Drucker-Direkt-Mode ansprechen, bei dem die Zeichen, die der C 64 sendet, nicht vom Commodore-Zeichensatz in den ASCII-Zeichensatz gewandelt werden. So besteht auch bei diesem Interface die Möglichkeit, den jeweils angeschlossenen Drucker voll auszunutzen. Besonders wichtig ist diese Betriebsart, wie schon erwähnt, beim Ausdruck von HiRes-Bildern. Für das Arbeiten mit Textverarbeitungsprogrammen hat das Interface eine spezielle Sekundäradresse, den Drucker Groß-/Kleinschrift-Modus. Er sorgt dafür, daß die vom C 64 in Groß-/Kleinschrift gesendeten Zeichen tatsächlich als Groß- und Kleinbuchstaben gedruckt werden. Auch die Umlaute sind in dieser Betriebsart vorhanden. Da wohl die meisten Programme für andere Interfacetypen geschrieben wurden, ist beim Wiesemann-Interface eine weitere Sekundäradresse vorhanden, mit der sich die zuletzt angewählte Betriebsart fixieren läßt.

Dieses Interface ist also, was Bedienungsfreundlichkeit und Verträglichkeit mit Programmen angeht, durchaus zu empfehlen. Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, daß sich beim jüngsten Kind Wiesemanns, dem 92008/G mit 8 KByte Textpuffer, ein kleiner Fehler eingeschlichen hat, der allerdings laut Herstelleraussage, noch niemandem aufgefallen ist. Und zwar werden beim Drucken von Text in extrem seltenen Fällen Zeichen eingeschmuggelt, deren Herkunft weder uns noch dem Hersteller bekannt sind. Dieser Fehler tritt nur dann auf, wenn das Interface vom C 64 aus mit Spannung versorgt wird. Nachdem ein externes Netzteil diese Aufgabe übernommen hat, war der Fehler verschwunden.

Der Altbewährte

Schon seit längerer Zeit bietet Data-Becker sein Einbau-Interface VCI-2/2 an. Dieses Gerät ist, wie alle anderen Einbauinterfaces auch, für die Epson-Drucker der Serie MX, RX und FX konzipiert. Obwohl das VCI eines der teuersten Geräte ist, fehlen ihm doch einige wichtige Funktionen. DIP-Schalter zum Ein-/ Ausschalten des Auto Line Feeds beziehungsweise Einstellen der Geräteadresse sucht man vergebens. Soll die Geräteadresse des Druckers von 4 auf 5 umgestellt werden, so ist eine Leiterbahn auf der Platine aufzutrennen. Auch einen Druckerpuffer, wie er bei anderen, billigeren Interfaces zum Standard gehört, fehlt beim Data-Becker-Interface. Die Tatsache, daß das Interface schon recht lange erhältlich ist, hat natürlich auch Vorteile. Es kann nämlich mit absoluter Sicherheit gesagt werden, daß das Interface fehlerfrei arbeitet. Von seinen Funktionen her ist es bis auf einige wenige Ausnahmen absolut identisch mit denen des Wiesemann-Interfaces. So existieren auch beim Data-Becker-Interface insgesamt fünf Sekundäradressen, die die Betriebsart festlegen. Die Funktion der einzelnen Sekundäradressen soll hier noch einmal aufgeführt werden:

Allerdings bekommt man beim Wiesemann-Interface, wie oben beschrieben, mehr für sein Geld. Denn das Data-Becker-Interface hat nicht, wie der Preis vielleicht vermuten läßt, mehr, sondern weniger Funktionen. Sie beziehen sich auf die Sekundäradressen 0 und 7. Beim Wiesemann-Interface kann nämlich bei den genannten Sekundäradressen mit CHR$(22) die Breite eines Zeichens von 8 auf 6 Punkte (Dots) verkleinert werden. Dadurch läßt sich die Anzahl der Zeichen pro Zeile erhöhen.

Aufgrund des bei weitem überhöhten Preises, das Interface kostet immerhin 298 Mark, und der recht mageren Möglichkeiten, sollte man sich den Kauf dieses Gerätes gut überlegen. Würde Data Becker jedoch den Preis um etwa 100 Mark reduzieren, könnte es ohne weiteres mit den anderen von uns getesteten Geräten konkurrieren. Denn es ist absolut zuverlässig und leicht zu bedienen.

Fazit

Für welches Interface Sie sich auch entscheiden, eines ist ihnen gemeinsam. Sie ermöglichen einen mit einer Centronics-Schnittstelle ausgestatteten Drucker an den C 64 anzuschließen. Der Unterschied der einzelnen Geräte liegt in erster Linie im Umfang der zusätzlichen Funktionen. Aber auch die Bedienungsfreundlichkeit sollte nicht unterschätzt werden. Entscheidet man sich für das Görlitz-Interface, erhält man ein Gerät, das vom Funktionsumfang her von keinem anderen übertroffen wird. Das Interface ist in drei verschiedenen Versionen zu haben, zwei als Einbauplatine für die Epson-Drucker und ein drittes als externe Einheit für alle Epson-kompatiblen. Die Version 8422 mit 2 KByte Druckerpuffer ist mit 239 Mark das billigste von uns getestete Interface. Für diejenigen, denen 2 KByte Druckerpuffer nicht ausreichen, bietet Görlitz eine Version mit 8 KByte an. Allerdings gehört dieses Gerät mit immerhin 299 Mark zu den teuersten seiner Art. Die dritte, externe Version 8423 mit 2 KByte Druckerpuffer kostet 289 Mark und läßt sich prinzipiell an alle Drucker mit Centronics-Schnittstelle anschließen. Es kann aber passieren, daß bei nicht Epson-kompatiblen die eine oder andere Funktion nicht vernünftig arbeitet.

Das PCB IF64/128 von HDS-Prüftechnik ist vom Funktionsumfang her fast so komfortabel, wie das von Görlitz. Das Besondere aber ist, daß die Sekundäradressen zum Anwählen einer bestimmten Betriebsart nicht fest vorgegeben sind. Dadurch kann dieses Gerät fast jedes andere Interface simulieren. Unter anderem existiert ein fest verdrahteter Modus, der das Data-Becker-Interface nachbildet. Das interessante ist jetzt, daß das Gerät mit 250 Mark um 48 Mark billiger ist, als das Einbauinterface von Data Becker, aber erheblich mehr leistet.

Wiesemann bietet zwei Interfaces an. Beide sind voll grafikfähig und in einem eigenen Gehäuse untergebracht. Die einfache Ausführung 92000/G ist für 248 Mark zu haben. Möchte man noch einen zusätzlichen 8 KByte großen Druckerpuffer haben, erhöht sich der Preis auf 278 Mark. Beiden Interfaces fehlen zwar zusätzliche Funktionen, zeichnen sich aber durch eine extrem einfache Bedienung aus. Daher sind diese Geräte all denjenigen zu empfehlen, die hauptsächlich fertige Programme anwenden oder auf zusätzliche Funktionen keinen Wert legen.

(ah)

Info: Görlitz Computerbau, Lambertstr. 49, 5400 Koblenz, Tel. 02 61/20 44
HDS-Prüftechnik GmbH, Maria-Eich-Straße 1, 8000 München 60, Tel. 0 89/83 70 21
Reinhard Wiesemann, Winchenbachstr. 3-5, 5600 Wuppertal, Tel. 02 02/50 50 77
Data Becker, Merowingerstr. 30, 4000 Düsseldorf, Tel. 0211/310010

PDF Diesen Artikel als PDF herunterladen
Mastodon Diesen Artikel auf Mastodon teilen
← Vorheriger ArtikelNächster Artikel →