Profis helfen Einsteigern (Teil 2)
Im zweiten Teil unserer Einsteigerhilfe finden Sie wieder Antworten auf vielgestellte Anfängerfragen.
Kann man Basic-Programme, die in anderen Basic-Dialekten geschrieben sind, auch auf dem C 64 verwenden? Was muß dabei beachtet werden?
Leider gibt es nahezu ebensoviele Basic-Dialekte wie Computer auf dem Markt angeboten werden. Kompatible Basic-Versionen stellen dabei eine seltene Ausnahme dar. Der C 64 arbeitet mit der Commodore-Basic-Version 2.0. Der C 128 arbeitet mit der erweiterten Version 7.0. Um nun Programme, die in anderen Basic-Dialekten geschrieben sind, auch auf dem C 64 verwenden zu können, müssen diese entsprechend abgeändert werden. Sämtliche Befehle und Anweisungen, die der C 64-Interpreter (siehe Handbuch) nicht versteht, müssen durch entsprechende Routinen der Commodore-Basic-Version-2.0 ersetzt werden. Dabei stößt man sehr schnell an die Grenzen des C 64-Basic. Meist sind für eine äquivalente Umsetzung Basic-Erweiterungen vonnöten. Ansonsten kann die Inkompatibilität nur durch viele POKE-Befehle umgangen werden.
(rf)In welcher Reihenfolge müssen der C 64 und die angeschlossenen Geräte eingeschaltet werden, ohne daß diese Schaden nehmen?
Es gibt die allgemeine Regel, erst die Zusatzgeräte (Peripherie) und zum Schluß den Computer einzuschalten. Beim Einschalten des C 64 werden alle angeschlossenen Systemteile noch einmal in ihren Grundzustand zurückversetzt (Reset). Sie können das leicht nachvollziehen. Schalten Sie zuerst Ihre Floppy ein und dann den C 64. Sie werden feststellen, daß die Floppy kurz anläuft. Noch ein Hinweis: Nehmen Sie vor dem Einschalten der Floppy immer die Diskette aus dem Laufwerk. Wird die Floppy eingeschaltet, könnte es passieren, daß die Floppy willkürlich ein Byte auf die Diskette schreibt. Das kann natürlich zu katastrophalen Folgen führen, wenn ein Programm oder eine Datei »getroffen« wird. Die Wahrscheinlichkeit, daß dieser Fall eintritt ist genauso hoch, wie die einer zutreffenden Wettervorhersage.
(rf)Warum können die für den Epson FX-80 veröffentlichten Hardcopies nicht mit dem Commodore-Drucker MPS 801 verwendet werden?
Gegen eine Verwendung der Epson-Hardcopies für den MPS 801 sprechen einige schwerwiegende Unterschiede zwischen den beiden Druckern. Der Druckkopf des Epson arbeitet mit neun Nadeln, während dem MPS 801 lediglich sieben Nadeln zur Verfügung stehen. Ein weiterer Gegensatz besteht in der internen Numerierung der Nadeln. Beim Epson werden die Nadeln von oben nach unten durchnumeriert, beim MPS 801 genau umgekehrt. Zwar ist es möglich den Epson-Drucker zu drosseln, so daß er voll MPS 801-kompatibel wird. Doch stehen dann nicht mehr die vielen Möglichkeiten des FX-80 zur Verfügung. Ein Hardcopy-Listing für den MPS 801 finden Sie im Sonderheft 6/86 auf Seite 155.
(rf)Wie lange kann man den C 64 laufen lassen, ohne daß er Schaden nimmt?
Es gibt Computer-Benutzer, die ihren Computer niemals abschalten. Er läuft monatelang, ohne daß deswegen ein Defekt auftritt. Sie begründen das damit, daß bei jedem Ein- und Ausschaltvorgang die elektronischen Bauelemente warm werden und wieder abkühlen. Da in vielen Bauelementen verschiedene Materialien verarbeitet werden, die sich bei einer Temperaturänderung unterschiedlich ausdehnen, können Spannungen auftreten. Diese andauernden thermischen Belastungen könnten die Lebensdauer, vor allem der empfindlichen Halbleiter, herabsetzen. Bei einem Dauerbetrieb treten diese Belastungen nicht auf. Wenn für ausreichende Belüftung gesorgt wird und der Computer vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist, dürften keine Probleme auftreten.
(rf)Kann man mit dem Drucker VC 1526 von Commodore auch Hardcopies und Grafiken ausdrucken?
Prinzipiell ist es nicht möglich, mit dem VC 1526 Grafiken oder Hardcopies auszudrucken. Bei diesem Drucker besteht keine Möglichkeit der Einzelnadelansteuerung. Man kann allerdings selbst Zeichen definieren (siehe Handbuch). Damit ist zwar bedingt ein Grafikausdruck möglich, der Schwierigkeitsgrad jedoch lohnt die Mühe nicht. In Ausgabe 9/84 des 64'er-Magazins finden Sie auf Seite 145 die Beschreibung eines neuen Betriebssystems für den VC 1526 (Nachfolgemodell MPS 802). Dabei handelt es sich um einen ROM-Baustein, der einfach gegen den alten ausgetauscht wird. Durch dieses neue Betriebssystem wird der VC 1526 grafikfähig. Das heißt, Sie können damit auch hochauflösende Grafiken zu Papier bringen.
(rf)Die maximale Zeichenlänge einer Basic-Zeile beim C 64 beträgt 80 Zeichen. Bei manchen Programmen werden diese teilweise überschritten. Wie kann man diese Einschränkung umgehen, damit das Programm mit größerer Zeilenlänge ablauffähig ist?
Das Problem der oft nicht ausreichenden maximalen Zeilenlänge in Basic läßt sich ohne weiteres lösen. Auf Seite 130/131 des Handbuchs finden Sie eine Tabelle mit den möglichen Basic-Abkürzungen. Für PRINT genügt beispielsweise ein Fragezeichen. INPUT kann ersetzt werden durch <I> und <SHIFT+N>. Der Interpreter ersetzt diese Abkürzungen automatisch durch die entsprechenden Befehle. Leerzeichen zwischen Befehlen und Variablen können ebenfalls wegfallen. Allerdings dürfen Sie die so erstellte Programmzeile, soweit sie in ihrem Endformat 80 Zeichen überschreitet, nicht mehr beliebig ändern. Sobald Sie diese Zeile wieder bearbeiten, wird nach dem Drücken der <RETURN>-Taste der hintere Teil wieder abgeschnitten.
(rf)Ich habe ein Listing aus der 64'er abgetippt. Nun habe ich ständig einen »OUT OF DATA ERROR IN 30«. Ich kann in dieser Zeile, die den READ-Befehl für die DATAs enthält, keinen Fehler finden. Wo liegt der Fehler und wie kann ich diesen beheben?
Die Erklärung für den festgestellten »OUT OF DATA ERROR« ist nicht in der Zeile mit der READ-Anweisung zu suchen. Der Fehler versteckt sich in den zu lesenden DATA-Zeilen, die von READ ausgelesen werden. Wenn dieser Fehler auftritt, haben Sie wahrscheinlich ein paar Zahlen in den DATA-Zeilen vergessen, oder sogar eine ganze Zeile. Es bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als das ganze Programm noch einmal mit dem abgedruckten Listing zu vergleichen. Überprüfen Sie bitte auch in der FOR...NEXT-Schleife, ob die richtigen Zahlen verwendet werden.
(rf)