C 64
Software

Neues von Geos

Auch diesen Monat gibt es wieder einiges über Geos, das neue Betriebssystem für den C 64, zu berichten. Wir bringen aktuelle Produktmeldungen sowie Tips und Tricks zu GeoPaint.

Wie wir schon in der letzten Ausgabe berichteten, ist das Rennen um die deutschen Vertriebsrechte für Geos gelaufen. Allerdings wurde noch nicht offiziell bekanntgegeben, wer Geos in Deutschland vertreibt.

So viel läßt sich allerdings schon sagen: Geos 1.2 wird zwischen 150 und 200 Mark kosten.

Tips und Tricks von Berkeley Softworks

Die 64'er-Redaktion steht in ständigem Kontakt mit Berkeley Softworks, der Entwicklerfirma von Geos, denn niemand kennt Geos besser als die Programmierer von Berkeley. Diese geben Ihnen an dieser Stelle wertvolle Tips und Anregungen für die Arbeit mit Geos:

»Hallo liebe Leser in Deutschland und beste Grüße aus Kalifornien! Diesmal haben wir einige Tips zu GeoPaint gesammelt, mit denen Sie sicherlich etwas anfangen können.«

— Zuerst möchten wir auf einige amerikanische Benutzer eingehen, die meinten, in GeoPaint sei ein Fehler. Denen passierte folgendes: Sie wählten die Linien-Funktion an, setzten den Startpunkt und zogen das Gummiband der Linie hinter sich her. Kurz vor dem Endpunkt fiel ihnen ein, daß die Linie ja in einer anderen Farbe sein soll. Deswegen gingen sie mit dem noch aktiven Gummiband in das Farbmenü und klickten eine Farbe an. Als sie wieder auf die Zeichenfläche zurückgingen, merkten sie, daß die Linie mit dem Knopfdruck fixiert worden war, natürlich an einer Stelle, wo man sie absolut nicht gebrauchen kann. Dann gingen sie auf Undo, nur um festzustellen, daß man damit zwar die Farbwahl, nicht aber die Linie rückgängig machen kann.

Man kann sich jetzt streiten, ob das ein typischer »Bug«, ein Fehler also, ist oder nicht. Zumindest wird hier eine Fehlbedienung des Benutzers nicht genügend abgefangen. Im Klartext: Passen Sie bitte bei allen Zeichenfunktionen immer auf, daß Sie nicht mitten in der Funktion außerhalb der Zeichenfläche etwas anklicken. Im Notfall: Ruhe bewahren, Funktion ordnungsgemäß beenden und dann sofort mit Undo das Ergebnis der Funktion löschen.

— Inzwischen gibt es auch bei uns eine stattliche Zahl von Redakteuren, denn wir machen im Augenblick mit GeoPaint unsere eigenen Zeitungen. Das ist ganz einfach: Auf der DIN-A4-Seite zeichnen wir Linien ein, die grob das Layout (Spaltenaufteilung) kennzeichnen. Dann werden mit der Text-Funktion die Texte geschrieben und kleine Bilder dazu gemalt. Das Zeitungsmachen bereitet uns derart viel Spaß, daß wir inzwischen an einem Zeitungsprogramm arbeiten, mit dem so etwas noch viel einfacher geht. Im Augenblick aber sind wir mit den Möglichkeiten von Geo-Paint voll zufrieden. Bis nächsten Monat!

(Berkeley Softworks/bs)

Fragen und Antworten zu Geos

Ich habe einen Commodore MPS 801-Drucker. Wenn ich nun ein GeoPaint-Bild ausdrucke, wird rechts ein Teil abgeschnitten. Was kann man dagegen tun?

Der MPS 801 hat eine Grafikauflösung von 480 Punkten. GeoPaint arbeitet aber mit einer Breite von 640 Punkten. Folgerichtig bleiben 160 Punkte am rechten Rand, die der MPS 801 nicht drucken kann. Dagegen läßt sich leider nichts unternehmen. Sie können das Problem nur lösen, indem Sie maximal 480 Punkte breite Bilder erstellen. Dabei hilft ihnen das Lineal, das Entfernungen auf dem Bildschirm in Punkten anzeigt.

Bei den Infos zu den meisten Files auf meiner Geos-Diskette steht der Vermerk »VLIR«. Was bedeutet das? Kann man VLIR-Dateien unter Basic ansprechen?

VLIR-Dateien sind eine Erfindung der Geos-Entwickler von Berkeley Softworks. VLIR ist eine Abkürzung für Variable Length Indexed Record. (Indizierter Datensatz variabler Länge.) Die Entwickler gingen davon aus, daß nur wenige Dateien rein sequentiell aufgebaut sein können. Relative Dateien hingegen waren ihnen nicht flexibel genug. Also entwarfen sie das VLIR-Format. Eine Datei kann in bis zu 127 unterschiedliche Datensätze aufgeteilt werden. Jeder Datensatz kann dabei unterschiedlich lang sein, der eine also beispielsweise 32 KByte (dies ist auch die maximale Länge) der andere nur 2 Byte. Trotzdem wird kein Byte Speicherplatz zuviel verbraucht. Die Vorteile liegen nicht direkt auf der Hand, da man sie beim Arbeiten mit Geos nicht sieht. Aber VLIR-Dateien sind ständig aktiv, so zum Beispiel bei GeoPaint, das Programmteile nachlädt, sobald neue Funktionen aufgerufen werden. Auf der Diskette befindet sich aber nur ein einziges Programm, das in einer VLIR-Datei abgelegt wurde. Wird jetzt eine neue Funktion aufgerufen, so wird das entsprechende Programm aus einem neuen Datensatz dieser VLIR-Datei geladen. Somit kann man Programme schreiben, die sehr viel größer als der Speicher des C 64 sind und nachladen, aber trotzdem nur ein File beanspruchen. Auch die Bilder von GeoPaint sind VLIR-Dateien. Ein waagerechter Streifen von acht Pixeln Breite bildet einen Datensatz. So kann sehr schnell nach oben und unten gescrollt werden: Die benötigten Grafikstreifen werden von Diskette nachgeladen. Ein vollständiges Grafikbild mit 960 Punkten senkrechter Auflösung besteht dann aus 120 Datensätzen (um Speicherplatz zu sparen, wird jeder Grafikstreifen noch gepackt). Ein letztes Beispiel wären die Zeichensatzdateien (Font-Files), bei denen für jede Punktgröße ein eigener Datensatz definiert wurde.

VLIR-Dateien sind flexibler als sequentielle Dateien, aber wesentlich schneller als relative Dateien. Eine Tabelle mit 127 Datensätzen befindet sich im RAM, so daß ein Datensatz ohne unnötige Diskettenzugriffe direkt in den Speicher gelesen werden kann.

Die Routinen zum Anlegen, Schreiben und Lesen von VLIR-Dateien befinden sich im Geos-Kernel und können im Augenblick noch nicht von Basic aus angesprochen werden. Sollte aber, wie geplant, nächstes Jahr das Basic zu Geos erscheinen, wird dieses wahrscheinlich VLIR-Dateien unterstützen.

Ich habe von einem Bekannten gehört, daß es demnächst eine Maus von Commodore geben wird. Kann ich mit dieser Maus auch Geos bedienen? Gibt es vielleicht Alternativen zur Commodore-Maus?

Ja, es gibt eine Maus von Commodore. Einen ausführlichen Test dieser und einiger anderer Mäuse können Sie an anderer Stelle in dieser Ausgabe finden.

Wir haben auch mal versuchshalber die Mäuse mit Geos betrieben. Dabei konnten wir aber keine befriedigenden Ergebnisse erzielen. Trotz geschwungener Bewegungen mit der Maus erhält man auf dem Schirm nur eckige Linien. Wahrscheinlich wird aber demnächst ein Maus-Treiber für Geos erscheinen, der verbesserte Maus-Steuerung bietet. Wir werden dann gegebenenfalls berichten.

(bs)
PDF Diesen Artikel als PDF herunterladen
Mastodon Diesen Artikel auf Mastodon teilen
← Vorheriger ArtikelNächster Artikel →