Nach uns die Sintflut ...
Probleme hat jeder — Lösungen auch?
Ich habe das Textverarbeitungsprogramm Textstarviza, das Interface Wielitz 128 minus 64, den brandneuen Drucker Epsokiseifuj 1966 und dazu einen Transputer von Commo. Wieso funktioniert das Softcopy-Programm Peacemaker aus der Zeitschrift Vier nicht im War-Modus mit dieser Kombination? Schicken Sie mir bitte umgehend ein dokumentiertes Quellcodelisting und einen Schaltplan für den Monitor Sogrucom 2001 (im Umkreis von 5 Kilometer von Freyung im Bayerischen Wald konnte leider kein kompetenter Händler diesen besorgen), da die Floppy 5114 sonst die Zusammenarbeit durch einen Preset verweigert. Außerdem wollte ich mir schon immer ein EEEI-Interface basteln um die Datenfernübertragung mit einem Freund in Kamerun über Teletext zu betreiben.
Und dann hätte ich noch ein letzte Frage, was ist eigentlich Basic%
Kein Problem; nur schnell drei Datenbanken in Duala, Pesun und Sofia durchforstet, 14 Telefonanrufe getätigt, Programm, Interface und Drucker besorgt, alles ausgetestet (kaum zwei Tage Arbeit), Info von der Post eingeholt (geht erfahrungsgemäß sehr schnell), Händlerverzeichnis erstellt und schon ist eines der Probleme gelöst.
Schwierig wird es allerdings bei Basic.
Der Redakteur gerät ins Schwitzen. Wieso konnte ich den letzten Teil der Anfrage nicht ausreichend beantworten? Schon lange war er geplant, der ausführliche Artikel. Basic — sinnvoll eingesetzt. Das Konzept war fast fertig. Die ersten 150 KByte bereits geschrieben. Irgend etwas, unergründlich und zeitverschlingend, kam dazwischen.
Der (stellv.) Chefredakteur sitzt mir im Nacken: Ist der Artikel termingerecht abgegeben, sind alle Leseranfragen beantwortet, nächste Woche Messe in Köln, dann nach Hamburg, Recherchen für den neuen Schwerpunkt anstellen, dann Messe in Frankfurt, wo bleibt der Artikel, Leserbriefe, Artikel...? Ich bin auch nur ein Mensch!
Dieses kleine Szenario aus dem Leben eines Redakteurs steht exemplarisch für die momentane Situation in der 64'er-Redaktion. Nicht daß wir uns beschweren wollen, nein, jeder der diesen Beruf (kommt von Berufung) ergriffen hat, steht mit ganzem Herzen hinter seiner Tätigkeit. Die Arbeitszeit eines Redakteurs kennt keine Grenzen, 10, 12 oder 14 Stunden sind keine Seltenheit, und auch das Wochenende ist dem Hobby »Computer« gewidmet. Warum das alles? Zum einen sicherlich, weil jeder von uns vom Virus Computer befallen ist. Zum anderen aber auch, um für den Leser der Zeitschrift 64'er ein optimales Informationsmedium zu gestalten. Dahinter steckt sehr viel Arbeit. Daß sich der Aufwand lohnt, zeigt die überwiegende Zufriedenheit der Leser mit dem Inhalt der Zeitschrift und der Art und Weise wie dieser dargebracht wird.
Wo liegt das Problem?
Die Zeitschrift wird von Fachleuten »gemacht« Das haben mittlerweile unsere Leser erkannt. Dementsprechend ist die Zahl der Anfragen für bestimmte Problemfälle Hilfestellung zu leisten gewaltig gestiegen. Auch unsere ständige Aufforderung, sich mit Fragen vertrauensvoll an uns zu wenden, hat dazu sicherlich beigetragen. Unsere Bereitschaft heiße Themen (Liefer- und Serviceschwierigkeiten bestimmter Firmen, Raubkopiererszene) nicht mit Asbesthandschuhen anzufassen, hat zwar nicht unbedingt zur Steigerung der Beliebtheit bei den Herstellern/Anbietern und Händlern beigetragen, aber unsere Nähe zu den Problemen der Kunden dokumentiert. Objektive Aussagen, welche Programme oder welche Hardware wir für den täglichen Einsatz geeignet halten, haben uns so manchen Anzeigenkunden »gekostet«. Die Folge: die Flut der Anfragen wurde um weitere Wellen bereichert.
Wie kann das Problem gelöst werden?
Nach wie vor wird jede Zuschrift von uns gelesen und ausgewertet. Es wird versucht, auf jede Frage eine möglichst konkrete Antwort zu geben. Das kann im Einzelfall etwas dauern. Allerdings werden wir oft von »Fragekatalogen« überrollt. Vierzehn Fragen, von denen jede mindestens eine Viertelstunde zur Bearbeitung benötigt, sind einfach nicht in allen Punkten befriedigend zu beantworten. Viele Fragen ließen sich durch entsprechendes Studium der Literatur (Bücher und Zeitschriften) von selbst erledigen. Hinweise auf Literatur und bereits erschienene Beiträge (in der 64er) erscheinen zu Anfang vielleicht lapidar, können aber zu einem tieferen Verständnis des Gesamtsystems beitragen.
Das Thema Computer mit verschiedenen Programmen, Interfaces und Druckern ist nun einmal sehr komplex, und eben nicht so einfach zu handhaben wie das oft in den Werbebroschüren vermittelt werden möchte. Die Bereitschaft sich mit diesem Gebiet auseinanderzusetzen sollte vorhanden sein.
Wir haben das Know-how um einen Großteil der Fragen zu beantworten, aber aus den erklärten Gründen oft nicht mehr die Zeit dazu. Dennoch verpufft Ihre Anfrage nicht ungehört und ohne Reaktion, sondern fließt in der einen oder anderen Form in einen zukünftigen Artikel mit ein. Daher auch die Aufforderung uns weiterhin mit Fragen und Problemen zu bombardieren; allerdings ohne Garantie, daß ein sofortiges, »persönliches« Abwehrfeuer folgt.
Ein besonderer Gag
Einige Hersteller/Anbieter haben die Kompetenz der 64'er (an)erkannt und versuchen nun ihre eigentliche Aufgabe auf uns abzuwälzen. Anfragen werden mit dem Hinweis abgeschmettert, sich doch an die 64'er zu wenden. Das heißt im Klartext, sie verkaufen die Hard- und Software, und wir sollen den Service sprich die Beratung für ihre Produkte übernehmen. Das ist sicherlich nicht Zweck der Übung.
Esistenorm wichtig für uns zu wissen, wo Probleme im intensiven Praxisbetrieb mit bestimmten Hardware- und Softwareprodukten auftauchen. Das läßt sich in einem ' Testbericht nicht immer feststellen. Sollte es sich um einen systemimmanenten Fehler handeln, so können wir zum einen in der Zeitschrift darauf hinweisen und zum zweiten den Vertreiber zur Korrektur veranlassen.
Wir haben innerhalb der Redaktion »Uberkapazitäten« geschaffen, um den vermehrten Anfall der Leserpost zu bewältigen. Dennoch verursacht jeder Versuch gleichzuziehen eine weitere Steigerung der Anfragen (sowohl telefonisch — Hotline (089) 46 13-640 — als auch schriftlich). R
Daher meine Bitte: Üben Sie Nachsicht, wenn bei Ihnen die Antwort verspätet oder unvollständig eingeht, es ist keine böse Absicht oder Unwillen. Nur an erster Stelle steht nach wie vor unser Bemühen, eine gute »B4'er« herauszubringen. Und jeder Brief der nicht direkt beantwortet wird, fließt in den einen oder anderen Artikel ein und trägt zu dessen Optimierung bei — darauf unsere Garantie.
(aa)