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Hardware-Test

Brother M 1109 — Die innere Größe macht's

Glauben Sie, daß man einen Drucker, der volle Pa. pierbreite verarbeitet und zwei Schnittstellen besitzt in das Gehäuse einer halben Schuhschachte stecken kann? Man kann — unser Test verrät wie

Farbfoto eines flachen Matrixdruckers mit rauchgrauer Abdeckhaube auf blauem Grund

Hält man den M 1109 zum ersten Mal in der Hand (es genügt eine Hand) so fragt man sich, warum denn die Leute bei Brother dem M 1109 ein so dickes, ausführliches deutsches Handbuch mitgegeben haben. Sollte dieser kleine Kerl etwa alle diese Befehle, die, bis auf den Rückwärtstransport, denen des FX-80 entsprechen, beherrschen können? Kurz gesagt, er kann, und verblüfft damit nicht nur den Tester, sondern auch die Konkurrenz. Sucht man nach den DIL-Schaltern, so wird man (dank eines Hinweises im Handbuch) unter der vorderen Gehäuseabdeckung und dem Druckkopfantrieb fündig. Erster Eindruck dabei: Wofür um alles in der Welt braucht dieser Drucker 20 DIL-Schalter? Die Erklärung ist einfach, denn im M 1109 verbergen sich sowohl ein Epson (ESC/P), als auch ein IBM-kompatibler Drucker mit den jeweils dazugehörigen Befehls- und Zeichensätzen. Zusammengenommen macht das genau 14 Zeichensätze (einschließlich länderspezifischer Zeichen). Damit lassen sich aber höchstens 15 oder 20 DIL-Schalter erklären. Die restlichen fünf Schalter stehen in direktem Zusammenhang mit den Schnittstellen des M 1109. Sie werden dazu verwendet, um die Parameter der seriellen Übertragung (RS232) einzustellen. Zusätzlich ist aber auch eine Centronics-Schnittstelle vorhanden. Kaum zu glauben, daß beide Schnittstellen auf der Gehäuserückseite und noch dazu mit Normensteckern Platz gefunden haben. Wenn Sie den M 1109 an Ihren Commodore-Computer anschließen möchten, haben Sie die freie Auswahl. Um Ihnen die Entscheidung etwas leichter zu machen, hat man sich bei Brother dazu entschlossen, zusätzlich noch den bekannten Interface-Typ 92000/G von Wiesemann gleich mit anzubieten (193 Mark). Damit können Sie den M 1109 dann direkt am seriellen IEC-Bus anschließen und auch die im Grundgerät nicht enthaltenen Commodore-Sonderzeichen ausdrucken. Bei Verwendung des Commodore-Interfaces bleiben die ursprünglichen Fähigkeiten des Druckers aber vollkommen erhalten, denn das Interface besitzt glücklicherweise auch einen Linearkanal. Zu diesen Fähigkeiten gehören selbstverständlich umfangreiche Schriftenvariationen (Elite, Pica, Proportional etc.) von denen sich bis zu sechs verschiedene in einer Zeile mischen lassen. Zur Textverarbeitung verfügt der M 1109 auch über eine NLQ-Schönschrift, die sich allerdings nicht über Tasten, sondern nur per Befehl einschalten läßt. Für den Grafik-Freund sind sieben verschiedene Bitmuster-Punktdichten von 480 bis 1920 Punkten pro Zeilen vorhanden (Tabelle).

Name des Druckers: Brother M 1109 empfohlener Preis: 799 Mark
Unterstreichen: Ja Proportionalschrift: Ja
Zeichenmatrix (H x B): 9 x 9 Punkte NLQ-Matrix: keine Angabe
Papierarten: Einzel, Endlos Zeichenvorrat: ASCII + 11 int.
Papierformate: Einzel, A/4 Endlos, 101—254 mm breit Durchschläge: bis zu 2
Farbband: 11,90 Mark
Zeichen/Zeile: bis zu 136 Selbsttest: Ja
Hexdump: Ja Autom. Einzelblatt: Nein
Pufferspeicher: 2,2 KByte Rückwärtstransp.: Nein
Geschwindigkeit angegeben: 100 Zeichen/Sekunde NLQ-Geschwind. angegeben: 25 Zeichen/Sekunde
Geschwindigkeit Praxistest: 40 Zeilen/Min. = 53 Zeichen/Sec. NLQ-Geschw. Praxistest: 11 Zeilen/Min. = 15 Zeichen/Sec.
Ladbar. Zeichensatz: Ja Probetext: 3:26 Minuten
Grafikmodi: 480, 576, 640, 720, 960, 1152, 1920 Punkte/Zeile
Funktionstasten: Line Feed, On Line
Maße (LxBxH): 195 x 334 x 70 mm
Ausstattung: serielle und parallele Schnittstelle, 1 Handbuch
Schriftarten: Pica, Elite, Schmal, Breit, Doppel, Fett, Hoch, Tief, Proportional
Besond. Funktionen: Anzeige der DIL-Schalter bei Selbsttest
Sonderzubehör: Traktor (im Preis enthalten)
Die technischen Daten des M 1109

Licht und Schatten

Betrachtet man die theoretischen Leistungen des M 1109, so kann man eigentlich nur beste Noten vergeben. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Zunächst fällt auf, daß der M 1109 keinen Traktor eingebaut hat, sondern mit einem aufsteckbaren Zugtraktor ausgerüstet werden muß (im Preis inbegriffen). Erst dann kann er neben Einzel- und Rollenpapier auch Endlospapier in DIN-A4-Größe verarbeiten. Sowohl das Nylon-Farbband als auch der 9-Nadel-Druckkopf machen einen wenig soliden Eindruck. Das ist auch kaum verwunderlich, denn das Druckwerk ist bis auf zwei zusätzliche Drucknadeln mit dem des MPS 803 identisch. Sowohl das MPS 803-Farbband als auch der Traktor des Brothers können wechselseitig problemlos ausgetauscht werden. Das Einlegen des Farbbandes ist nicht ohne schwarze Finger möglich. Besonders groß ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis aber bei der Druckgeschwindigkeit. Angegeben ist der M 1109 mit 100 Zeichen pro Sekunde. Selbst bei optimalen Bedingungen schaffte er aber nur 53 Zeichen, für unseren Probetext brauchte er satte 3:26 Minuten. Bei der NLQ-Schönschrift sinkt die Geschwindigkeit gar auf magere 15 Zeichen/Sekunde (angegeben 25 Zeichen/Sekunde). Auch die Schriftqualität (Bild 1 und 2) konnte nicht mit der unseres Referenzdruckers dieser Preisklasse, dem Citizen 120 D mithalten.

Druckerausdruck mit sieben Schriftbeispielen von NLQ-Schrift bis Doppeldruck und Schrägschrift
Bild 1. Das Schriftbild des M 1109 kann sich sehen lassen
Stark vergrößerter Ausdruck der Buchstaben »Aa« mit sichtbarer Punktmatrix
Bild 2. Die NLQ-Schrift fünffach vergrößert

Zu einem Preis von 799 Mark inklusive Traktor bietet der M 1109 einige erstaunliche Fähigkeiten, die durch einen, dieser Preisklasse nicht ganz entsprechenden, mechanischen Aufbau leider etwas geschmälert werden. Wer allerdings bereit ist, einige Abstriche in puncto Druckgeschwindigkeit,

Bedienungsfreundlichkeit und Schriftbild in Kauf zu nehmen, erhält einen Drucker mit zwei Schnittstellen, universellem Befehlssatz und als Draufgabe sogar noch einen IBM-Modus, der bei sinkenden Preisen für MS-DOS-Computer möglicherweise noch von entscheidender Bedeutung sein kann.

(aw)

Info: Brother International GmbH, Im Rosengarten 14, 6368 Bad Vilbel, Tel. 06101/ 8050

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