Tips und Tricks zum Startexter (Teil 1)
In der ersten Folge der Tips und Tricks zum StarTexter gehen wir auf einige Gebiete rund um den Drucker ein. Wir beschäftigen uns dabei mit der Druckerinstallation und zeigen Ihnen, wie man durch einen Trick Steuerzeichen im Text herstellen kann (gilt auch für die StarDatei), und stellen Ihnen eine Möglichkeit vor, mehrspaltige Satzspiegel herzustellen.
Mit dem StarTexter wird dem Benutzer für nur 64 Mark ein außerordentlich leistungsfähiges Programm zur Verfügung gestellt. Trotz des eigentlich guten Handbuchs fällt es doch dem völlig »unbelasteten« Anwender schwer, den ersten Einstieg in dieses Programm zu schaffen. Am Anfang gibt es allerhand Parameter einzustellen. Einzig die Besitzer von Commodore- oder Epsondruckern können sich freuen, denn für Ihre Drucker sind bereits Voreinstellungen wählbar.
Allen anderen soll hier geholfen werden. Zuerst sollte das Installationsprogramm geladen und gestartet werden. Wenn man nicht einen der angegebenen Drucker besitzt, wählt man:
a) Für Drucker, die über ein Interface am seriellen Port mit dem Computer verbunden ist, die Option Nummer 3, oder
b) sofern Sie Ihren Drucker über den User-Port ansteuern, die Nummer 4.
Legen Sie nun bitte Ihr Druckerhandbuch, am besten mit der Übersicht über alle Steuerbefehle, in greifbare Nähe und beantworten die folgende Abfrage, ob Sie die Werte ändern wollen, mit <J>. Für die Sekundäradresse müssen Sie den Wert eingeben, den Ihr Interface für die direkte Übertragung, das heißt ohne die sonst notwendige Umwandlung, zur Verfügung stellt (»Linearkanal«). Beispielsweise verwendet das Wiesemann-Interface und das Data-Becker-Interface die Sekundäradresse 1, beim Görlitz-Interface ist es die Sekundäradresse 4. Betreiben Sie Ihren Drucker über den User-Port, so ist diese Angabe nicht von Bedeutung.
Druckerinstallation
Bei den nachfolgenden Eingabeabfragen verlangt der Startexter den Steuer-Befehl, den er für das Einschalten der Breitschrift benötigt. Hierbei ist unbedingt zu beachten, daß nur der Befehl für die Breitschrift in einer Zeile gemeint ist. Außerdem darf dieser Befehl nur eine Zahl beinhalten! Nach dem Befehl zum Einschalten muß natürlich auch ein Befehl zum Ausschalten vorhanden sein, geben Sie diesen jetzt ein.
Aber was nun? »Zeilenabstand n/216 Zoll — Anzahl der Werte«? Sehen wir uns doch einmal den Befehl, der hoffentlich in Ihrem Druckerhandbuch steht, an (am Beispiel der Epson-Drucker). Der Zeilenabstand wird dort durch die Sequenz CHR$ (27) "3"CHR$(n) eingestellt. Der Ausdruck CHR$(27) steht dabei für Escape (kurz ESC), dem Zeichen also, welches dem Drucker signalisiert, daß das oder die folgenden Zeichen als Steuerzeichen interpretiert werden sollen. Doch zurück zu unserem Beispiel. Offenbar besteht der Steuerbefehl in diesem Fall aus drei Teilen (Werten), nämlich CHR$(27), "3" und CHR$(n), doch dem ist in diesem Fall nicht so. Der dritte Teil (CHR$(n)) darf für unsere Berechnungen nicht berücksichtigt werden, da hier kein Befehl gesendet wird, sondern nur eine Variable (n) übergeben wird. Also sind es nur noch zwei Teile: CHR$(27) und "3". Wir können jetzt also für die Anzahl der Werte eine <2> eingeben.
Nach abschließendem <RETURN> werden die entsprechenden Werte eingegeben. Allerdings gibt es hier noch eine kleine Hürde zu überwinden: Die einzelnen Werte müssen erst in ASCII-Codes umgerechnet werden. Dies ist aber nur halb so schwierig, als es klingt. Sie schlagen dazu einfach in Ihrem Druckerhandbuch (meist im Anhang) die ASCII-Tabelle auf. Nun müssen Sie lediglich noch die Zeichen umrechnen, die in den Anführungszeichen stehen. Die übrigen, die durch CHR$(x) übergeben werden, stellen in»x«bereits den nötigen Code dar.
Nehmen wir wieder unser Beispiel: CHR$(27)"3". Der Wert der Funktion CHR$ wird beibehalten, also 27, die "3" muß allerdings umgerechnet werden. Laut Tabelle ist die 3 gleich dem ASCII-Code 51, für den zweiten Wert ergibt sich also 51.
Sie können die Frage nach erstem und zweitem Wert mit »27« und »51« beantworten.
Nach dem gleichen Schema verlaufen auch die folgenden Eingaben, wobei noch zu bemerken ist, daß mit »Schriftart« der sogenannte »Master-Print-Modus« gemeint ist. Dieser Modus erlaubt es Ihnen, mit nur einem Befehl eine Vielzahl von verschiedenen Schriftarten einzustellen. Jede einzelne Schriftart (etwa Elite, Pica, Schmalschrift, Unterstreichen etc.) hat einen bestimmten Wert (siehe Druckerhandbuch). Die Werte der Schriftarten, die Sie jetzt einstellen wollen, addieren Sie und setzen das Ergebnis in den Steuerbefehl ein. Beispielsweise lautet bei Epson-Druckern und Druckern nach ESC/P-Norm der Befehl CHR$(27)"!" CHR$(n), wobei n die Summe der Werte der einzelnen Schriftarten darstellt.
Kommen wir nun jedoch zu den einzelnen Funktionen (siehe Tabelle 1).
| Funktion 0: | Unterstreichen |
| Funktion 1: | Hochstellen (Superscript) |
| Funktion 2: | Tiefstellen (Subscript) |
| Funktion 3: | Breitschrift |
| Funktion 4: | Schmalschrift |
| Funktion 5: | Fettdruck |
| Funktion 6: | Elite |
| Funktion 7: | Proportionalschrift |
| Funktion 8: | Schrägschrift (Italic) |
| Funktion 9: | <BEEP> |
Der einzige Unterschied zwischen den Funktionen 0-9 und den vorhergehenden Definitionen besteht darin, daß bei jeder dieser Funktionen sowohl die Werte zum Einschalten als auch zum Ausschalten eingegeben werden müssen. Zu Funktion 9, dem »BEEP«, noch eine Bemerkung: Man kann diesen Steuerbefehl beispielsweise durch einen zum Einschalten der NLQ-Schrift oder ähnlichem ersetzen, einer Schriftart oder Druckerfunktion also, die Sie häufig verwenden. Die Frage nach der Anzahl der Werte wird wie oben genannt beantwortet, ebenso die Eingabe und Umrechnung der Werte. Wenn Sie bei »Anzahl der Werte« eine »0« eingeben, wird der alte Wert (das heißt derjenige für Epson-Drucker und Kompatible) beibehalten. Abschließend erscheint noch eine Abfrage, ob alle Daten die Sie eingegeben haben, stimmen. Wenn Sie hier mit »J« antworten, wird Ihre Installationsdatei gespeichert und steht dann bei jedem Neuladen des Star-Texters zur Verfügung.
(Karsten Wolf/bj)Weitere Steuerzeichen auf Tastendruck
Wer mehr als die bei der Installation festgelegten Steuerzeichen benötigt, kann sich durch einen recht einfachen Trick behelfen. Es besteht die Möglichkeit, weitere Steuerzeichen auf Tastendruck zu erzeugen und sie somit direkt an den Drucker zu senden. Dabei muß man wie folgt vorgehen:
- Man startet das Programm, nimmt das Druckerhandbuch zu sich und sucht die gewünschte Schriftart oder die auszuführende Funktion aus.
- Der Control-Modus wird angewählt.
- Nun wird der Buchstabe des erwünschten Steuerbefehls gesucht und die zugehörige Taste gedrückt.
- Zusätzlich drückt man nun noch die <CTRL>-Taste, um den Control-Modus zu beenden. Durch diesen Vorgang erscheint nun die reverse Darstellung des gedrückten Buchstabens. Zum Ein- und Ausschalten mancher Funktionen kann anstelle des reversen Buchstabens eine Zahl verwendet werden. Diese Steuerbefehle werden dann vom Drucker ausgeführt.
Durch diese Möglichkeit kann man einige der voreingestellten Parameter, etwa Breit- oder Eliteschrift, durch andere Druckfunktionen belegen. Beispielsweise könnten Sie den Zeilenabstand variabel einstellen, um mehrere Briefe ohne anzuhalten mit verschiedenen Zeilenabständen auszudrucken. Sie können Ihrer Fantasie dabei (fast) freien Lauf lassen.
Die beschriebene Technik gilt zudem auch für die Star-Datei. Dennoch gibt es einen kleinen Wermutstropfen bei diesem Verfahren: nicht alle Zeichen lassen sich hierbei verwenden. Dies sind zum Beispiel die Buchstaben »C«, »Q«, »S« und »T«.
Dadurch, daß alle Steuerzeichen mitgespeichert werden, besteht weiterhin auch die Möglichkeit der Übertragung von Steuerzeichen vom Datei- auf das Textverarbeitungsprogramm (etwa bei einer Adreß-Datei). Sofern Sie die Postleitzahl beim Ausdrucken unterstreichen wollen, geben Sie die entsprechenden Steuerbefehle schon in der Adressendatei ein. Dies sieht dann folgendermaßen aus:
Im Control-Modus geben Sie »[-l« gefolgt von den Zahlen oder Namen, die unterstrichen werden sollen, ein, fügen dann den Abschaltcode für Unterstreichen hinzu und speichern dies. Bei der Postleitzahl 7980 ergäbe sich daraus also »[-17980[-0« (das Zeichen »[« wird natürlich revers dargestellt). Ist dies auf der Datendiskette einmal gespeichert, kann man mit den Feldmarkierungen 0 bis 9 die Daten in den Text einfügen. Im Textverarbeitungsprogramm StarTexter werden dann die Steuerbefehle an den Drucker übermittelt. Man muß nur darauf achten, daß die einzelnen Funktionen auch wieder abgeschaltet werden.
Mit diesen Möglichkeiten kann man auch den Bericht des Software-Tests der 64'er Ausgabe 4/April 86, Seite 150, über die Parameteranpassungen der StarDatei getrost überlesen. Denn die Druckerunterstützung fällt nun nicht mehr »mager« aus.
Die reverse Darstellung der Buchstaben (zur Verwendung als Steuerzeichen) läßt sich auch auf andere Weise erreichen, nur muß man darauf achten, daß man wieder zurück in den Groß/Klein-Modus umschaltet. Bei diesem Vorgehen entfällt der Umweg über den Control-Modus:
- Man drückt die <SHIFT>-Taste, am besten die <SHIFT-LOCK>-Taste.
- Nun wird die <CTRL>-Taste und der gewünschte Buchstabe gedrückt.
- Schließlich wird auf Groß/Klein-Modus zurückgeschaltet.