C 64
Software-Hilfe

Tips und Tricks zu Vizawrite 64

In dieser Folge zu Vizawrite beschäftigen wir uns neben Vizaspell mit dem Master-Print-Modus des Star NL-10.

Zuerst wollen wir noch einmal Vizaspell aufgreifen. Jetzt beschäftigen wir uns etwas näher mit dem Haupt- sowie dem Benutzerlexikon Vizaspells. Ausgehend von einem leeren Hauptlexikon, lassen wir Vizaspell alle richtigen Wörter lernen, indem wir beim Korrekturlesen die Taste »L« für Lernen betätigen. Vizaspell merkt sich nun die zu lernenden Wörter im verbleibenden Restspeicher.

Tips zu Vizaspell

Am Ende des Korrekturlesens rufen wir Vizaspell nochmals auf, indem wir die »CBM«-Taste drücken und wieder loslassen, und dann die »SHIFT« sowie die »RUN/STOP«-Taste gleichzeitig drücken.

Vizaspell meldet sich nun mit einem etwas veränderten Menü, von welchem uns nur der Punkt eins interessiert. Wir drücken also die Taste »Fl« für »ADD TO DIC-TIONARY«. Vizaspell übernimmt nun die gemerkten Wörter ins Benutzerlexikon. Das Benutzerlexikon befindet sich auf der Spell-Diskette unter dem Namen »vsuser. dict« unter dem man es auch in Vizawrite einlesen und wie einen normalen Text editieren kann.

Nachfolgend finden Sie einen Auszug aus einem möglichen Benutzerlexikon:
abiturienten abiturpruefung abiturzulassung ablauffaehigen (...)

Die einzelnen Wörter werden durch das Tabulator-Zeichen (CTRL/T) getrennt, das beim Drucken nicht sichtbar wird. Dieses Benutzerlexikon können Sie rein theoretisch wie einen gewöhnlichen Text behandeln.

Jedoch sollte man beachten, daß die vorhandenen Wörter in alphabetischer Reihenfolge vorliegen müssen, da sich sonst beim Einlesen ins Hauptlexikon Probleme ergeben. Die Datei sollte eine maximale Länge von 120 Blöcken nicht überschreiten, da sie sonst nicht mehr editiert werden kann. Man sollte also möglichst nur Wörter aus dem Benutzerlexikon entfernen (natürlich nur fehlerhafte) und jegliches Einfügen unterlassen.

Vizaspell hat leider ein kleines Manko. Zeitweise werden beim Korrekturvorgang nicht alle Wörter vollständig überprüft. Dieser Fehler tritt zwar nicht sehr häufig auf, ist jedoch — wenn es einmal passiert — sehr lästig. Meist hilft hier jedoch ein kleiner Trick:

Man lädt hierzu das Benutzerlexikon, fügt am Ende das Wort »Zylinder« ein und wiederholt danach den Korrekturvorgang.

Normalerweise hat man nun Vizaspell überlistet und der Korrekturvorgang ist ordnungsgemäß beendet. Hat man dann ein korrektes Benutzerlexikon, so verläßt man Vizawrite und lädt das Programm »UTIL.VIZA-SPELL« von der Master-Diskette und wählt dann den Programmpunkt »Merge Dictionary«.

Nun wird das Benutzerlexikon in das Hauptlexikon übernommen, welches eine wesentlich kompaktere Speicherweise besitzt. Es kann jedoch hin und wieder auftreten, daß trotz aller Vorsicht ein unkorrektes Wort ins Hauptlexikon übernommen wurde.

Um dieses fälschlich ins Hauptlexikon übernommene Wort wieder zu löschen, behilft man sich mit einem kleinen Trick. Man schreibt dieses falsche Wort nochmals (falsch) ins Benutzerlexikon und führt danach wieder einen <Merge>-Vorgang durch.

Beim erneuten Anfügen wird man von Vizaspell gefragt, ob man das Wort löschen oder behalten möchte. Man braucht nun nur noch den Buchstaben »N« zu drücken, und das falsche Wort wird aus dem Benutzerlexikon entfernt. Ein kleines Problem ergibt sich wieder einmal bei der Benutzung der deutschen Umlaute, die von Vizaspell nicht als Buchstaben, sondern als Sonderzeichen verwaltet werden. Eine Speicherung oder ein Korrekturlesen eines Wortes mit deutschen Umlauten ist somit nicht möglich. Man kann nun entweder auf die deutschen Umlaute ganz verzichten, oder man wandelt die deutschen Umlaute mit Hilfe der »Global-Replace-Funktion« in ihre Aquivalente (ue, oe, ae, ss etc.) um.

(Wolfgang Enders/bj)

Master-Print-Mode des Star NL-10

Gegenüber seinen Vorgängern SG-10 und 15 besitzt der NL-10 eine neue Schriftanwahlfunktion: den Master-Print-Mode.

Durch ihn ist es möglich, mehrere Schriftarten bequem zu mischen. Wollte man beim SG-1l0 beispielsweise die Schriftarten »Fett« und »Breit« kombinieren, mußte man für beide Modi in der Vizawrite-Formatzeile Steuerzeichen definieren und diese dann an der gewünschten Stelle im Text einfügen.

Beim »Master-Print-Mode« des NL-10 lassen sich nun diese Steuerzeichen gewissermaßen addieren, so daß nur noch drei Zahlen erforderlich sind: das »Escape«-Signal (dezimal 27), das Master-Print-Zeichen »!« (dezimal 33) und als dritte Zahl die Summe der Einzelwerte der gewünschten Modi (beispielsweise für Elite + Fett + Breit die Zahl 49).

Theoretisch sind als Summenangabe alle Zahlen von 1 bis 255 möglich, beim Test erwies sich jedoch, daß Summen größer 146 ignoriert werden. Unter den 146 Schriftarten sind viele mehrfach vorhanden oder durch Tastendruck erzeugbar, es sind jedoch auch einige recht interessante Varianten darunter. Probieren Sie doch einmal aus, welche davon im Schriftbild Ihre speziellen Anforderungen erfüllen.

Weiterhin — und das steht nicht im Druckerhandbuch — Ist noch eine Spezialität zu erzeugen:

»Master-Print-Mode« plus NLQ (dezimal 27 33 122 und 27120 1).

Ebenfalls nicht im Handbuch erwähnt, ist die Möglichkeit, den Master-Print-Mode wieder abzuschalten. Es ist ganz einfach die Null (dezimal 27 33 0).

Um den Drucker bei Verwendung eines Interfaces Umlaute drucken zu lassen (sofern der Drucker dazu in der Lage ist und bei korrekter Einstellung der DIP-Schalter Ihres Druckers, siehe hierzu das entsprechende Druckerhandbuch), müssen Sie das Interface zunächst auf Linearkanal schalten. Hierdurch wird die interne Code-Wandlung des Interfaces unterbunden und alle Zeichen wie gesendet ausgegeben (sofern es sich nicht um Steuerzeichen für den Drucker handelt). Danach muß der Linearkanal »verriegelt« werden, das heißt auf Vizawrite bezogen, daß alle Ausgaben durch Vizawrite über den Linearkanal geleitet werden und dies auch nicht mehr verändert werden können (bis der Drucker ausgeschaltet wird).

Die entsprechenden Sequenzen, um den Linearkanal zu öffnen und zu verriegeln, können Sie der Anleitung Ihres Interfaces entnehmen.

(Bernd Koch/bj)
PDF Diesen Artikel als PDF herunterladen
Mastodon Diesen Artikel auf Mastodon teilen
← Vorheriger ArtikelNächster Artikel →