Superbase 64 (Teil 3)

In dieser dritten Folge zu Superbase stellen wir einen Trick vor, mit dem das Programm auf dem Doppellaufwerk CBM 4040 betrieben werden kann. Im Anschluß daran wird der MAINTAIN-Modus erläutert.

Nach den »Hinweisen zur Programmbenutzung« des Superbase-Handbuchs wird die CBM 4040 nicht unterstützt. Im Handbuch finden sich jedoch an vielen Stellen Bemerkungen, wie mit einem Doppellaufwerk zu verfahren ist. Wodurch läßt sich dieser Widerspruch erklären? Superbase stammt ursprünglich von Precision Software und wurde für die großen CBM-Rechner geschrieben. Bei der Umsetzung dieses englischen Programmes für den deutschen Markt und den C 64 wurde ein spezieller Kopierschutz implementiert. Dieser Kopierschutz verhindert nun, daß das Programm über eine 4040 gestartet werden kann.

Superbase 64 auf einer 4040?

Ich selbst arbeitete bis vor kurzem mit einer 4040 und dem IEC-Bus NK III von Kfc. Mir ist es inzwischen gelungen, Superbase auf der CBM 4040 zu starten. Dazu geht man wie folgt vor: Die Programm-Diskette wird in das Laufwerk 0 gelegt. Anschließend wird Superbase mit Load"SB",8,1 geladen. Nach kurzer Zeit wird das Hauptprogramm nachgeladen. Data Becker hat hier ein laufendes Wechseln der Bildschirmfarbe eingebaut. Wenn die Bildschirmfarbe nicht mehr wechselt und die Floppy anfängt zu rattern, muß die Laufwerkklappe schnellstens geöffnet werden. Auf diese Weise wird der sonst übliche System-Reset verhindert.

Superbase beschwert sich jetzt mit einer Fehlermeldung. Sie brauchen nur noch die Programm-Diskette aus dem Laufwerk zu entfernen und eine Diskette mit dem Start-Programm einzulegen. Dieses Start-Programm (und eventuell auch die HELP-Bildschirme) müssen Sie natürlich vorher in Basic mit dem üblichen COPY-Befehl auf die Daten-Diskette übertragen haben. Bestätigen Sie nun die Fehlermeldung mit RETURN. Sie werden sehen, Superbase meldet sich mit dem 1. Menü. Sie können nun über die Befehlszeile das Start-Programm laden und über EXECUTE ausführen. Durch diesen kleinen Trick ist Ihnen lediglich der kleine Programmteil verloren gegangen, der das Erstellen einer neuen Daten-Diskette unterstützt und der das Start-Programm nachlädt. Auf beides kann man aber durchaus verzichten.

Der MAINTAIN-Modus

Mit ⟨F6⟩ aus dem 2. Menü oder über die Eingabe von »mA« in der Befehlszeile gelangt man in den Maintain-Modus. Die Befehle STATUS und CATALOG sind im Steckbrief erläutert.

F1 oder STATUS Auflisten der Feldnamen, -arten und -längen der aktuellen Datei
F2 oder CATALOG Auflisten aller Dateinamen und der Anzahl der Datensätze dieser Dateien
F3 oder IMPORT Einlesen einer sequentiellen Datei, die sich bereits auf der Daten-Diskette befindet (Rücksprung: RETURN)
F4 oder EXPORT Erstellen einer sequentiellen Datei auf der Datendiskette (Rücksprung: RETURN)
F5 oder DIRECTORY Auflisten des Directory
F6 oder BACKUP Erstellen einer Sicherheits-Daten-Diskette (Rücksprung nur über Sicherheitsabfrage möglich)
F7 oder NEW DISK Formatieren einer Diskette (Rücksprung nur über Sicherheitsabfrage möglich)
F8 oder OTHER Verwendung folgender Diskettenbefehle möglich: Copy, Rename und Scratch; auch bei einer 1541 muß eine Laufwerksnummer (0) angegeben werden (Rücksprung: RETURN)
s0: Dateiname; löscht die Dateidefinition, vorher müssen mit SELECT DELETE alle Datensätze gelöscht worden sein; eine Datenbank kann innerhalb von Superbase nicht gelöscht werden
r0: NEUE DATENBANK = 0:ALTE DATENBANK; zum Umbenennen einer Datenbank verwenden Sie Großbuchstaben; eine Datei innerhalb einer Datenbank darf nicht umbenannt werden
c0: neuer Name = 0:alter Name; eine Datei kann so kopiert, jedoch keine Datenbank. Verwenden Sie hierzu den BACKUP-Modus.
STECKBRIEF: MAINTAIN-Modus

IMPORT von Dateien

Im IMPORT-Modus bietet Superbase die Möglichkeit, Daten einer sequentiellen Datei einzulesen, welche sich auf der gleichen Diskette befinden muß, es sei denn, Sie benutzen ein Doppellaufwerk. Es muß zunächst eine Datei im FORMAT-Modus erstellt worden sein. Dabei ist darauf zu achten, daß die Reihenfolge der Feldarten der beiden Dateien übereinstimmen. Selbstverständlich können die Felder der Superbase-Datei länger sein als die der Import-Datei.

Es darf sich jedoch kein Kalenderfeld und kein Datenfeld eines fremden Formats in der Import-Datei befinden, denn Superbase speichert das Datum als fünfstellige Zahl, die automatisch umgerechnet wird. Außerdem muß die Import-Datei im Commodore-ASCII-Format erstellt worden sein. Man kann jedoch die Datei vor Aufrufen des IMPORT-Modus mit Hilfe eines Programms konvertieren. (Falls Sie solch ein Programm geschrieben haben und es veröffentlichen wollen, dann schicken Sie es doch bitte an die 64’er Redaktion!)

Wenn Sie also eine Datei importieren wollen, geben Sie nach Betätigen der ⟨F3⟩-Taste den Namen der Datei ein. Das System erwartet dann, daß die Datenfelder lediglich durch »RETURN« getrennt sind. Enthält die Import-Datei andere Feld- und Datensatztrennungen, so können Sie diese auf folgende Weise mit angeben, damit das Einlesen problemlos klappt: Dateiname", "xy

EXPORT einer Superbase-Datei

Im Export-Modus wird aus einer Superbase-Datei eine sequentielle Datei auf der gleichen Diskette erstellt, es sei denn, Sie benutzen ein Doppellaufwerk. Die Datenfelder und -sätze sind durch RETURN getrennt. Sie können allerdings wie bei Import andere Trennungen angeben (siehe oben). In der nächsten Folge über Superbase 64 wird dann der Find-Modus im Mittelpunkt stehen.

(Gerd Wiechering/bj)
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