Tips & Tricks zum C 128
Beachtenswert ist diesmal ein vollwertiges Software-Interface zum Anschluß eines Centronics-Druckers an den C128. Der Kauf eines teuren Hardware-Interfaces erübrigt sich damit.
Besitzen Sie einen Drucker mit parallelem Dateneingang und einen C 128? Und Sie sind der Meinung, daß sich diese beiden im C 128-Modus nicht kombinieren lassen? (Ohne den Kauf eines teuren Hardware-Interfaces natürlich.)
Irrtum! Das Programm »Interface« lenkt sämtliche Druckerausgaben auf den User-Port, an dem es einen Centronics-Port simuliert. Sie benötigen lediglich noch zwei Stecker und ein paar Kabel.
Am besten, Sie tippen das Programm (Listing 1) im C 64-Modus mit Hilfe des MSE ein. Im C 128-Modus laden Sie es dann absolut, das heißt mit »,8,1«.
Nach der Initialisierung mit »SYS 5120« meldet sich das Interface mit seiner Einschaltmeldung. Man hat jetzt zwei Kanäle zur Verfügung:
- OPEN1,4: wandelt den Commodore-eigenen Code in Epson-kompatiblen Code um. (Zum Beispiel, um Sonderzeichen auszudrucken, oder Escape-Sequenzen zu senden.)
- OPEN1,5: gibt die Daten ungewandelt aus. (Um zum Beispiel den Drucker per Software umzuschalten.)
Um die zusätzlichen Eigenheiten des Interfaces zu nutzen, ist das Steuer-Byte (Adresse 5126) interessant.
Setzt man hier das Bit 2, so wird nach jedem Carriage Return ein Zeilenvorschub (Linefeed) ausgegeben (POKE 5126,4).
Setzt man das Bit 3, so kann man das Interface durch Betätigen der Restore-Taste initialisieren (POKE 5126,8)
Will man beide Funktionen aktivieren, so geschieht dies durch POKE 5126,12.
Ausgeschaltet wird das Interface entweder mit »POKE 5126, PEEK(5126) AND 251« und anschließendem Drücken von RUN/STOP-RESTORE, oder durch »SYS 5123«.
Noch ein Wort zur Codewandlung: Ist die ASCII/DIN-Taste gedrückt, so liefern die Umlaute einen anderen Code. Das Interface berücksichtigt selbständig, ob diese Taste gedrückt ist oder nicht und schaltet gegebenenfalls eine zusätzliche Codewandlung ein.
(Marcus Heinze/tr)| User-Port-Pins | Name | Centronics-Pins | |
| A | GND (Masse) | 16 | |
| B | Busy-Flag Datenleitung | 11 | |
| C | d0 | Bit 0 | 2 |
| D | d1 | Bit 1 | 3 |
| E | d2 | Bit 2 | 4 |
| F | d3 | Bit 3 | 5 |
| H | d4 | Bit 4 | 6 |
| J | d5 | Bit 5 | 7 |
| K | d6 | Bit 6 | 8 |
| L | d7 | Bit 7 | 9 |
| M | PA2-Strobe | 1 | |
| Stecker: | User-Port: TRW 251-12-50-170 |
| Drucker: Amphenol (36polig) |
| Kabel: | Flach- oder Rundkabel, maximal 1,5 Meter Länge |
Flimmerproblem beim C 128 beseitigt
Einigen C 128-Besitzern, die das Programm »80-Zeichen-Grafik« aus der Ausgabe 12/85 abgetippt haben, wird das merkwürdige »kräuseln« am rechten Bildschirmrand unangenehm aufgefallen sein. Um diesen Fehler zu beseitigen, gehen Sie wie folgt vor:
Nach dem Einschalten des Computers ist die Befehlsfolge
POKE 54874,25 : ? PEEK (54875)
einzugeben. Als Ergebnis gibt es nun zwei Möglichkeiten: Bei der ersten Version des C 128 erscheint eine »64« und bei der zweiten eine »71«. Erscheint die »71«, muß der Basic-Lader der 80-Zeichen-Grafik folgendermaßen geändert werden.
In Zeile 14040 muß die »64« durch »71« und in Zeile 14080 die Zahl »128« durch »135« ersetzt werden. Besitzt jemand nur den Maschinensprache-Teil, so kann er das Programm durch die Befehle: POKE 6752,71: POKE 6789,135 anpassen. Die nötigen Änderungen für das Programm »Doppelte Grafikauflösung« aus der Ausgabe 11/85 sehen dann so aus: POKE 5150,135 : POKE 5158,71.
Es existieren anscheinend zwei Versionen des VDC-8563-Chips. Überprüft man deren Statusanzeige, so kann man feststellen, welche der beiden Versionen vorliegt.
Genau dies wird auch in der Initialisierungs-Routine für den VDC (ab $E179) gemacht. Hier wird die Adresse $D600 gelesen und die Bit 0 bis 2 getestet. Sind diese Bit alle gelöscht, so wird in das VDC-Register 25 eine 64 geschrieben, andernfalls kommt in das Register 25 eine 71.
Will man die hochauflösende Grafik einschalten, so muß im Register 25 das Bit 7 gesetzt und das Bit 6 gelöscht werden. Verändert man hierbei die Bit 0 bis 3, so hat das ein Verschieben des Bildschirms nach links oder rechts zur Folge. Der VDC greift nun auf einen anderen Teil seines Video-RAMs zu, und es kommt somit im Grafik-Modus zu dem bekannten »Kräuseln«.
(P. Guth/ah)