Familiengeschichten
Ein Textverarbeitungssystem trägt seinen Namen nicht zu unrecht, denn zur Textverarbeitung gehört mehr, als nur möglichst gute Geräte und Programme zu kaufen. Es kommt auch darauf an, daß alle Teile bestens zusammenpassen. Wir stellen Ihnen zehn Systeme vor, die harmonieren.
Bei der Textverarbeitung stehen sich die verschiedensten Interessen gegenüber. Jeder, der sich mit diesem Thema befaßt hat, weiß, daß es schwierig ist, eine Geräte- und Softwarekonfiguration zusammenzustellen, die allen Anforderungen gerecht wird. Es gibt immer verschiedene Wege, zu optimalen Ergebnissen zu kommen, aber eigentlich empfehlenswert ist nur der später beschriebene. Sicherlich haben Sie bestimmte Vorstellungen, was Sie mit Ihrem Computer machen wollen. Da kann der Schwerpunkt zum einen auf dem Sektor Spiele, aber auch im Bereich der Anwendungssoftware liegen. Je nach dem, wo Sie Ihre Präferenzen legen, wird Ihr Computersystem auch unterschiedlich aussehen. Erster Schritt ist es also, sich darüber klar zu werden, welche Funktionen man von einem System erwartet.
Was ist ein System?
In diesem Zusammenhang sollte man vielleicht zunächst erklären, was ein System ist. Unter einem Computersystem versteht man eine aufeinander optimal abgestimmte Gruppe von Einzelbausteinen, bei denen jeder Bestandteil des Systems einen fest definierten Aufgabenbereich hat. Bei einem Computersystem handelt es sich dabei nicht um einen reinen Regelkreis, bei dem das Ergebnis des einen Systemteils die Eingabe des anderen ist, sondern um einen Bearbeitungsprozeß mit einer Eingabestelle und einer oder mehreren Ausgabestellen. Dazwischen befindet sich der sogenannte Verarbeitungsprozeß. Um das Ganze etwas deutlicher zu illustrieren: Die Tastatur ist das Eingabegerät, das Textverarbeitungsprogramm ist der verarbeitende Teil, und Floppy, Drucker und Monitor sind die Ausgabegeräte. Der Monitor, und manchmal der Drucker, haben eine Sonderstellung, denn sie dienen dem Menschen als Kontrollgeräte, mit denen er den Verarbeitungsprozeß überwacht. Wenn Sie beispielsweise einen Fehler machen, erscheint ein falscher Buchstabe auf dem Bildschirm und veranlaßt Sie wiederum dazu, den Fehler zu korrigieren. So gesehen, handelt es sich sogar um einen kleinen Regelkreis. Zwischen jedem Teil dieses Systems befinden sich Schnittstellen. Um manche dieser Schnittstellen brauchen Sie sich nicht kümmern, denn sie sind nur intern von Wichtigkeit und werden vom Computer selbst kontrolliert. Ein Beispiel hierfür ist das Speichermanagement Ihres Computers. Anders aber bei allen externen Schnittstellen. Die wohl den meisten geläufige Schnittstelle ist die zwischen Mensch und Computer, die Tastatur.
Wenn diese Schnittstelle falsch konstruiert ist, kommt es zu einer erhöhten Fehlerrate, weil Sie sich eben öfter verschreiben. Auch sind sogenannte Gummitastaturen für den Zweck der Textverarbeitung eine vollkommen ungeeignete Schnittstelle. Zwischen dem Computer und dem Monitor, der Floppy und dem Drucker gibt es wiederum Schnittstellen. Diese Übergänge sind es, die meistens dafür verantwortlich sind, daß irgend etwas nicht funktioniert. Wenn Sie einmal in ein Computerfachgeschäft gehen und sich nicht nur die glänzenden Frontseiten der dort ausgestellten Geräte betrachten, sondern auch mal einen Blick hinter die Kulissen werfen, werden Sie Erstaunliches entdecken. Fast jedes Gerät ist mit einer anderen Schnittstelle ausgestattet. Gerade die babylonische Verwirrung ist es aber, die dem ungeübten Computerinteressierten das Leben schwer machen. Von der Verwirrung bleibt oft das Fachpersonal im Computergeschäft auch nicht ganz unverschont. Und so kommt es vor, daß Systeme empfohlen werden, die nicht funktionieren. Der Kunde macht es den Verkäufern allerdings auch nicht leicht, denn die wenigsten kaufen ihr gesamtes System auf einmal, sondern eher Stück für Stück, wie es die Haushaltskasse eben zuläßt. Hinter der bunten Schnittstellenvielfalt steckt übrigens durchaus System. Viele Hersteller möchten zu ihren Computern natürlich auch die von ihnen hergestellten Peripheriegeräte verkaufen. Dies ist sicherlich auch einer der Gründe, warum es den seriellen IEC-Bus von Commodore auch nur bei Commodore gibt. Ein weiterer beliebter Trick ist es, bei den Signalübertragungsverfahren zwar einen Standard zu wahren (das spart Entwicklungskosten), dafür aber am Computer selbstentwickelte Buchsen anzubringen, die es garantiert nirgendwo frei zu kaufen gibt. Diese Methode wird übrigens gerne von Atari angewendet, aber das nur am Rande. Nun haben sich einige schlaue Hersteller und Zubehörlieferanten aber etwas einfallen lassen, um die Geräte des einen Herstellers an den Computer des anderen anzuschließen. Man baut Interface-Schaltungen, die zwischen die beiden Geräte geschaltet werden. Solche Interfaces sind nichts anderes als Dolmetscher in Sachen Bits und Bytes. Sie sorgen dafür, und zwar in Simultanübersetzung, daß verschiedene Geräte sich verstehen. Leider versteht nicht jeder »Dolmetscher« alle Sprachen der verschiedenen Hersteller. Man braucht also für fast jeden Lieferanten einen anderen Dolmetscher. Sind Sie nun restlos verwirrt? Hoffen wir es nicht, denn nun wollen wir zumindest in einem kleinen Bereich ein Ende mit der Verwirrung machen. Wir stellen Ihnen insgesamt zehn Systeme vor, die getestet sind und funktionieren. Wir haben dabei darauf geachtet, ein System für jeden Geldbeutel auszuwählen. Dies ist auch der Grund, warum wir uns erstmals im 64’er mit dem Commodore PC 10 beschäftigen.
Das Supersystem
Der PC 10 (Bild 1) ist ein MS-DOS-Computer. Das heißt, sein Betriebssystem nennt sich Microsoft-Disk Operating System nach der Firma, die es programmiert hat. MS-DOS ist neben CP/M das verbreitetste Betriebssystem für Personal Computer. MS-DOS basiert auf dem Mikroprozessor Intel 8086 oder 8088, wobei der erste ein echter und der zweite ein nicht ganz echter 16-Bit-Mikroprozessor ist. Der 8088 besitzt nämlich im Gegensatz zum 8086 nur einen 8-Bit-Datenbus. Für MS-DOS gibt es so ziemlich jedes Programm, das das Herz erfreut. Darunter befinden sich so hochkarätige Namen wie Microsoft Word (Preis: 1708 Mark, Bild 11) oder Micropro Wordstar (Preis: 1470 Mark), aber auch ein Vizawrite PC gibt es. Der Vorteil dieses Systems liegt in der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit, der exzellenten Funktionsausstattung der Programme und der Bildschirmdarstellung von 80 Zeichen. Mit einem PC 10 arbeitet man in der Regel nur an einem monochromen Monitor, der zum Lieferumfang gehört. Wer möchte, kann den PC 10 aber mit einer Vielzahl von Steckkarten, unter anderem auch mit einer Farbkarte, aufrüsten. Der Anschluß eines Druckers ist beim PC 10 beispiellos einfach, denn ein einfaches Standardkabel wird zwischen Computer und Drucker gesteckt. Wir haben als Beispiel unseren Referenzdrucker der Preisklasse über 1400 Mark, den Fujitsu DX 2100 angeschlossen, denn er ist eine ideale Ergänzung des PC 10. Alle anderen Anpassungen lassen sich mit dem betreffenden Programmen vornehmen. Wesentlich besser als bei billigeren Systemen ist natürlich auch die Tastatur. Sie entspricht allen Anforderungen an ein schnelles und ermüdungsfreies Arbeiten und ist in einem separaten, flachen Gehäuse untergebracht. Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, um alle Funktionen des PC 10-Systems aufzuzählen, aber allein die Tatsache, daß das 64’er-Magazin zu großen Teilen auf dem PC 10 entsteht, zeigt die Leistungsfähigkeit. Der Preis für dieses System bewegt sich einschließlich Microsoft Word bei ungefähr 9320 Mark, Listenpreise vorausgesetzt. Wer sich aber etwas umschaut, kann leicht ein paar Tausender sparen.


Laut aber schön
Das nächste System (Bild 2) das wir Ihnen vorstellen, ist der C 128 zusammen mit einem 1901 Monitor, dem Floppy-Laufwerk 1571 und dem Uchida DWX 305 Typenraddrucker. Der C 128 ist ein Computer, der im 80-Zeichen-Modus mit der richtigen Software zu sehr guten Leistungen fähig ist. Das 1571-Diskettenlaufwerk ist relativ schnell und speichert 340 KByte auf einer 5¼-Zoll-Diskette. Zusammen mit dem auch für 80-Zeichen-Darstellung sehr gut geeigneten 1901-Monitor ist die abgebildete Konfiguration ein harmonisierendes System. Einzig der Drucker ist es, bei dem darauf geachtet werden muß, daß er sich mit dem C 128 versteht. Wir haben den Uchida DWX 305 aus drei Gründen ausgewählt: Erstens verfügt er mit seinen vielen Typenrädern über exzellente Schriftqualitäten, zweitens ist er mit 598 Mark ausgesprochen preiswert. Drittes Merkmal des DWX 305 ist seine Centronics-Schnittstelle, die der C 128 auf verschiedene Weise bedienen kann. Da ein Typenraddrucker niemals in der Lage sein wird, alle Zeichen, also auch die Grafikzeichen des C 128 zu drucken, genügt eine Lösung, die so einfach wie möglich ist. Preislich fast nicht mehr zu schlagen ist da das einfache User-Port-Kabel zwischen C 128 und Drucker (zirka 50 Mark). Leider birgt diese Methode den Nachteil in sich, daß man den User-Port auch mit Software bedienen muß. Diese Ansteuerung übernimmt aber die zu diesem System gehörende Softwareempfehlung Protext 128 (89 Mark). Dieses Textprogramm ermöglicht die optimale Anpassung an fast jeden Drucker. Da ist die Ansteuerung des Uchidas problemlos. Über die Leistungsfähigkeit von Protext 128 können Sie sich in einem eigenen Artikel in dieser Ausgabe ein Bild machen. Dort wird auch beschrieben, wie man mit Protext 64 aus seinem Textsystem ohne viel Umstand ein komplettes DFÜ-System macht. Insgesamt kostet dieses System zirka 3830 Mark.

Nadelstiche
Das dritte System (Bild 3) unterscheidet sich vom eben vorgestellten System nur durch den angeschlossenen Drucker. Man könnte bei dieser Konfiguration auch von einer Edellösung sprechen, denn der Referenzdrucker Fujitsu DX 2100 läßt sich universell einsetzen. Mit seiner gestochen scharfen Near Letter Qualtity-Schrift, die er zudem noch mit einer sehr hohen Geschwindigkeit von 44 Zeichen pro Sekunde auf das Papier nadelt (Normalgeschwindigkeit 220 Zeichen/Sekunde), ist er ein kleines Druckwunder. Durch sein Konzept als 9-Nadel-Matrixdrucker verbindet der DX 2100 die Vorteile eines Typenraddruckers (sehr schönes Schriftbild) mit denen eines Matrixdruckers (Geschwindigkeit, Flexibilität). Zum Anschluß des DX 2100 empfehlen wir wiederum das einfache User-Port-Kabel, denn es wahrt die größtmögliche Flexibilität und schließt Fehler, die durch das Interface hervorgerufen werden, von vorneherein aus. Wer den DX 2100 um einen Farb-Aufrüstsatz bereichert, kann seine Texte sogar mehrfarbig aufbereiten. So manches Schriftstück erhält dadurch erst seine Würze. Dabei ist es besonders bemerkenswert, daß auch die farbige Schrift in der gleichen Qualität wie die schwarze Schrift wiedergegeben wird. Einen ausführlichen Test des DX 2100 finden Sie ebenfalls in dieser Ausgabe.

Dieses System ist zwar nicht ganz billig, dafür aber sehr leistungsfähig, es kostet zusammen, Listenpreise vorausgesetzt, zirka 5165 Mark.
Der Standard
Das nächste System (Bild 4) ist für alle C 64-Besitzer gedacht, die sich ein leistungsfähiges, flexibles und technisch hochwertiges System anschaffen wollen. Es besteht neben dem C 64 (500 bis 600 Mark) aus der Floppy 1541 für etwa 598 Mark (möglichst mit Floppy Speeder), dem altbewährten 1702-Monitor (zirka 700 Mark) und als Drucker unseren ehemaligen Referenzdrucker Epson FX-85. Beim C 64 hat man prinzipiell eine riesige Auswahl an Textverarbeitungsprogrammen, von denen wir im wesentlichen aber nur drei für empfehlenswert halten. Sowohl Startexter (Bild 12, 64 Mark), Textomat Plus (99 Mark) als auch Vizawrite 64 (Bild 13, 245 Mark) bilden das unschlagbare Triumvirat der C 64-Textprogramme. Allen dreien ist eine hohe Flexibilität, ein deutscher Zeichensatz und eine große Anzahl von hauptsächlich sinnvollen Befehlen zu bescheinigen. Startexter und Vizawrite 64 besitzen sogar eine eigene eingebaute Centronics-Schnittstelle (wie Protext 128), die es ermöglicht, auf teure Hardware-Lösungen zu verzichten und sich auf einfache User-Port-Kabel zu beschränken. Da dieses System natürlich nicht nur zur Textverarbeitung eingesetzt werden soll, stellt sich die Frage, wie der Drucker ohne Textverarbeitung und ohne zusätzliches Interface betrieben werden kann. Die Ideallösung für dieses Problem haben wir im6 4'er, Ausgabe 11/1985 im Artikel »Herzoperation« vorgestellt. Das dort abgedruckte Programm erzeugt ein neues Betriebssystem, das den User-Port neben seinen normalen Funktionen in eine dauerhaft vorhandene Centronics-Schnittstelle verwandelt. Ein Drucker wie der FX-85 kann dann so angeschlossen werden, als ob er direkt von Commodore kommen würde. Durch einen speziellen Befehl werden sogar die Grafik- und Steuerzeichen des C 64 korrekt wiedergegeben. Der Nachteil dieser Lösung liegt darin, daß Sie einen Baustein (einfach herausnehmen und austauschen) im C 64 wechseln müssen. Nicht jedermann traut sich an diese Maßnahme heran, besonders dann, wenn noch Garantie auf dem Computer ist. In diesem Fall lohnt sich die Anschaffung eines Hardware-Interfaces. Hier hat man wiederum die Auswahl aus den verschiedensten Typen, Formen und Leistungen. In langen Tests haben sich in der Redaktion im wesentlichen drei Typen als gut hervorgetan. Zum einen ist es das HDS-Interface und das Görlitz-Interface, die Sie beide in einem separaten Test in dieser Ausgabe begutachten können, sowie das Wiesemann-Interface, das sich durch seine hohe Flexibilität auszeichnet. Bei allen Interface-Schaltungen ist allerdings zu beachten, daß es notwendig werden kann, das Interface vor der Benutzung in einen bestimmten Zustand zu bringen. Solche »Dolmetscher« haben nämlich in der Regel die unangenehme Eigenschaft, im Zusammenspiel mit den verschiedenen Textverarbeitungsprogrammen etwas zu viel des Guten zu tun. Durch ihre Steuerlogik wandeln sie nämlich auch dann die Daten von der CBM-Norm in die ASCII-Norm um, wenn es gar nicht erwünscht ist. Da hilft nur das Abschalten aller Funktionen des Interfaces. Glücklicherweise verfügen alle empfohlenen Interfaces über einen Linearkanal, bei dem die Daten ohne jede Wandlung übertragen werden. Das hier beschriebene System kostet, je nachdem welches Programm Sie verwenden und für welches Interface Sie sich entscheiden, zwischen 4000 und 4180 Mark.



Das Sparpaket
Obwohl die nun vorgestellte Lösung (Bild 5) sehr preiswert ist, liefert sie das gleiche Schriftergebnis wie die teuerste vorgestellte Lösung. Grund dafür ist der verwendete Drucker, denn der Uchida DWX 305 läßt sich selbstverständlich auch am C 64 betreiben. Hier zeigt sich eine Tatsache, die oft nicht beachtet wird. Für die Qualität des Schriftbildes ist nämlich ausschließlich der angeschlossene Drucker verantwortlich. Mit diesem System können Sie ein schöneres Schriftbild erreichen als ein PC-System mit einfachem Matrixdrucker. Da wir voraussetzen, daß in diesem Fall keine Farbe gefragt ist, tut es auch ein guter monochromer Monitor wie der BMC BM12 ES. Als Textprogramme stehen die eben beschriebenen zur Verfügung, auch bei den Schnittstellen haben Sie die gleiche Wahl. Da wir aber Kosten sparen wollen, sollten Sie Startexter und das einfache User-Port-Kabel verwenden. Dieses System ist ein richtiger Geheimtip, denn für 2423 Mark bekommen Sie ein einmaliges Schriftbild.

Zwei Referenzsysteme
Mit den beiden nächsten Systemen (Bild 6 und 7), die sich nur durch den angeschlossenen Drucker unterscheiden, können sie sich auch in die Reihe der preisgünstigen Systeme einreihen. Ausgehend vom C 64, dem 1541-Floppy-Laufwerk, dem 1702-Monitor und einem der beiden Referenzdrucker Citizen 120 D (Preisklasse bis 1000 Mark) und Star SG 10 (Preisklasse bis 1400 Mark), vereinigen diese Systeme neben dem sehr guten Schriftbild die Flexibilität der Matrixdrucker in sich. Da man mit diesen Druckern aber nicht nur sehr schön schreiben, sondern auch noch bestens zeichnen oder Grafiken anfertigen kann, sollte man sich beim Interface entweder für unsere Kernel-Version (Artikel Herzoperation, 64'er, Ausgabe 11/85) oder für eine der oben genannten Hardware-Schnittstellen entscheiden. Eines ist in jedem Fall gewährleistet: Keine Mark zuviel ausgegeben für eine sinnvolle Kombination aus Schriftbild und Flexibilität. Für das System mit dem Citizen 120 D werden Ihnen um die 3142 Mark abverlangt. Das Star SG 10-System schlägt mit 3340 Mark zu Buche.


Der Platzsparer
Das eben Gesagte gilt im wesentlichen auch für das System mit dem Riteman II (Bild 8), birgt aber einen weiteren wesentlichen Vorteil in sich, denn der Riteman II ist ein wahrer Platzsparer. Durch sein kompaktes Äußeres paßt er so gut wie auf jeden Schreibtisch und läßt sogar noch Platz für die Schreibunterlagen. Ein ideales System für alle, die ihren Computertisch nicht auch noch mit einem riesigen Drucker vollpacken wollen. Was das Schriftbild und die Flexibilität angeht, können sich die Leistungen dieses kleinen Druckers aber durchaus sehen lassen. Er verfügt über eine NLQ-Schrift, ist voll grafikfähig und liegt preislich in durchaus erträglichen Grenzen (1300 Mark). Bei den Interfaces und den Textprogrammen zeigt sich der Riteman II sehr anpassungsfähig, denn sein Befehlssatz ist mit dem des FX-85 fast identisch. Er harmoniert mit allen unseren Textprogrammvorschlägen bestens. Rechnen wir also zusammen. Nach Adam Riese kostet dieses System 3542 Mark.

Heimspiel
Das vorletzte System (Bild 9) besteht ausschließlich aus Komponenten, die den Markennamen Commodore tragen. Gleichzeitig ist es aber auch ein System, das sich nur mit einem kleinen Trick zur Textverarbeitung eignet. Nach unserer Ansicht ist es nämlich für ein Textsytem ein absolutes »Muß«, die deutschen Umlaute zu beherrschen. Wer nun den MPS 802 kennt, weiß, daß er nicht über diesen Zeichensatz verfügt. Gleichwohl ist der MPS 802 ein sehr guter Drucker, dem eben einfach deutsche Umlaute fehlen. Dafür ist der Anschluß an den Computer völlig problemlos. Er wird einfach mit dem seriellen Kabel auf der Rückseite der Floppy eingesteckt und ist sofort einsatzbereit. Aber nun zu dem angedeuteten Trick. Zwei unserer empfohlenen Textprogramme beherrschen die Fähigkeit, auch dem MPS 802 die deutschen Umlaute zu entlocken. Sie erreichen dies mit dem einen frei definierbaren Grafikzeichen des MPS 802 und sie machen es sogar relativ gut. Betrachtet man dies als eine Art »Notlösung«, so stellt man zwar fest, daß es funktioniert, besser wäre es aber, den MPS 802 umzubauen, wie wir es in Ausgabe 5/85 beschrieben haben. Zu dem kleinen Trick mit der Software sind sowohl der Startexter als auch Textomat Plus fähig. Vizawrite 64 beherrscht leider keine spezielle Zeichendefinition für den Drucker. Alles in allem können Sie dieses System für bereits 2800 Mark erstehen. Der Umbau des MPS 802 ist dabei allerdings eine Angelegenheit für den Fachmann.

Träume
Bei unserem letzten System (Bild 10) handelt es sich ein klein wenig um eine Vision. Stellen Sie sich vor: 80-Zeichen-Darstellung in Farbe, sehr gute, abgesetzte Tastatur, ein bis zwei Diskettenlaufwerke (3½ Zoll) mit etwa 880-KByte-Speicherkapazität und ein Textprogramm, das einfach zu bedienen, leistungsfähig und trotzdem preiswert ist. Für Programm und Texte stehen nicht nur 100 oder 200 KByte zur Verfügung, sondern möglicherweise ein halbes Megabyte. Zu allem kommt ein direkt am Computer anschließbarer Drucker mit Centronics-Schnittstelle, der extrem schnell ist, aber trotzdem mit exzellentem Schriftbild aufwarten kann. Sie glauben so etwas wird es so bald nicht geben? Vielleicht doch, denn hinter einer Vision steckt auch immer etwas Realität. Lassen Sie sich überraschen, möglicherweise können Sie schon bald lesen, wieviel Wahrheit hinter dieser Vision steckt und wie der Computer heißt der das ermöglicht.

Kaufhilfe
»Und es geht doch!« möchte man sagen, denn alle oben beschriebenen Systeme wurden getestet und funktionieren, wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet. Grundvoraussetzung für die Bedienung eines Systems ist, daß man auch weiß, wie welche Funktionen aufgerufen werden. Dazu ist aber das Studium aller zum System gehörenden Handbücher unabdingbar. Gerade bei der hohen Leistungsfähigkeit der heutigen Systeme kommt es darauf an, daß sie richtig bedient werden. Falls Sie sich noch nicht für das eine oder andere System entschieden haben, können wir Ihnen noch einen Tip verraten. Kaufen Sie sich den Hardware-Teil Ihres Systems nicht vor dem Software-Teil. Informieren Sie sich, beispielsweise durch Testberichte, über die auf dem Markt befindlichen Textprogramme und suchen Sie sich das aus, das Ihre Anforderungen am besten erfüllt. Wenn Sie sich für ein Programm entschieden haben, lassen Sie sich von Ihrem Händler ein dazu passendes System zusammenstellen, beziehungsweise direkt vorführen. Falls der Händler dazu nicht bereit sein sollte, meint er es später mit dem Service wahrscheinlich auch nicht so genau. Nur gute Fachgeschäfte garantieren dafür, daß vor dem reinen Verkaufen auch eine ausführliche und ehrliche Beratung stattfindet. So erstaunlich das klingen mag, aberjede Mark, die Sie für die Beratung und den späteren Service in einem Fachgeschäft bezahlen müssen, zahlt sich aus. Zwar sind die vielen Mitnahmeläden um einiges billiger, dafür sind Sie aber nach dem Kauf aber meistens auch alleine gelassen. Das mag bei einer Kaffeemaschine funktionieren, nicht aber bei einer so komplexen Materie wie der Computertechnik.
(aw)| System (x = empfohlen, ○ = möglich) |
Preis | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | Eigenes System |
| PC 10, Anbieter: 1 | 5665 | x | — | — | — | — | — | — | — | — | |
| C 128, Anbieter: 1 | 998 | — | x | x | — | — | — | — | — | — | |
| C 64, Anbieter: 1 | 598 | — | — | — | x | x | x | x | x | x | |
| 1541-Floppy, Anbieter: 1 | 698 | — | ○ | ○ | x | x | x | x | x | x | |
| 1571-Floppy, Anbieter: 1 | 998 | — | x | x | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | |
| 1901-Monitor, Anbieter: 1 | 1098 | — | x | x | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | |
| 1702-Monitor, Anbieter: 1 | 698 | — | ○ | ○ | x | ○ | x | x | x | x | |
| BMC-Monitor, Anbieter: 14 | 379 | — | ○ | ○ | ○ | x | ○ | ○ | ○ | ○ | |
| MPS 802-Drucker, Anbieter: 1 | 698 | — | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | x | |
| Fujitsu DX 2100, Anbieter: 2 | 1932 | x | ○ | x | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | |
| Uchida DWX 305, Anbieter: 3 | 598 | ○ | x | ○ | ○ | x | ○ | ○ | ○ | ○ | |
| Citizen 120 D, Anbieter: 3 | 998 | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | x | ○ | ○ | |
| Riteman II, Anbieter: 4 | 1398 | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | x | ○ | |
| Star SG 10, Anbieter: 5 | 1195 | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | x | ○ | ○ | ○ | |
| Epson FX-85, Anbieter: 6 | 1848 | ○ | ○ | ○ | x | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | |
| Vizawrite 64, Anbieter: 7 | 248 | — | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | |
| Textomat plus, Anbieter: 8 | 99 | — | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | |
| Startexter, Anbieter: 9 | 64 | — | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | |
| Protext 128, Anbieter: 10 | 89 | — | x | x | — | — | — | — | — | — | |
| HDS-Centronics, Anbieter: 11 | 248 | — | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | |
| Görlitz-Centronics, Anbieter: 12 | 239 | — | ○ | ○ | x | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | |
| Wiesemann-Centronics, Anb.: 13 | 248 | — | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | ○ | |
| Kabel-Selbstbau | ca. 50 | x | x | x | ○ | x | x | x | x | x | |
| Systempreis (Listenpreise) | 9320 | 3830 | 5165 | 4181 | 2423 | 3340 | 3142 | 3542 | 2800 |
| 1 | Commodore Büromaschinen GmbH, Lyoner Str. 38, 6000 Frankfurt/M. 71 |
| 2 | Fujitsu Electronic, Sonnenstr. 29, 8000 München 2, Tel. 089/592891 |
| 3 | Weber Computertechnik, Ludmillastr. 15, 8000 München 90, Tel. 089/6516856 |
| 4 | C. Itoh GmbH, Roßstr. 96, 4000 Düsseldorf 30, Tel. 0211/454980 |
| 5 | Star Micronics, Frankfurter Allee 1—3, 6236 Eschborn, Tel. 06196/46351 |
| 6 | Epson Deutschland GmbH, Zülpicher Str. 6, 4000 Düsseldorf 11, Tel. 0211/5603110 |
| 7 | Interface Age, Josefsburgstr. 6, 8000 München 80, Tel. 089/434089 |
| 8 | Data Becker, Merowinger Str. 30, 4000 Düsseldorf 12, Tel. 0211/626441 |
| 9 | Sybex Verlag, Vogelsanger Weg 111, 4000 Düsseldorf |
| 10 | Markt & Technik Verlag, Hans-Pinsel-Str. 2, 8013 Haar, Tel. 089/4613-0 |
| 11 | HDS-Prüftechnik, Maria-Eich-Str. 1, 8000 München 60, Tel. 089/837021 |
| 12 | Görlitz Computerbau, Postfach 852, 5400 Koblenz |
| 13 | Wiesemann, Winchenbachstr. 3—5, 5600 Wuppertal |
| 14 | Mirwald Electronic, Fasanenstr. 8b, 8025 Unterhaching, Tel. 089/6111224 |